Ybbstalbahnstrecke: Gleisabtrag hat begonnen. Letzte Schienen zwischen Ybbsitz und Gstadt werden entfernt. Club 598 muss Waggons von Bahnhof wegschaffen.

Von Andreas Kössl. Update am 26. Juli 2017 (10:46)
Kössl
Am Montag der Vorwoche wurden die ersten Gleise und Schwellen beim Bahnhof Ybbsitz entfernt. Die Bahnfreunde vom Club 598 müssen sich nun eine neue Bleibe für ihre Waggons und Gerätschaften suchen.

Zwischen Gurhof und Ederlehen fehlen sie schon länger, die Gleise der ehemaligen Ybbstalbahn. Dennoch wollten die Bahnfreunde vom Club 598 bis zuletzt eine Tourismusbahn auf der Strecke zwischen Waidhofen und Ybbsitz fahren sehen.

Gleiskörper-Entfernung im August abgeschlossen

Ende Mai wurde dieser Traum jedoch endgültig zerschlagen. Da beschloss der Ybbsitzer Gemeinderat nämlich die Abtragung der noch verbliebenen Schwellen und Gleise auf der Strecke zwischen Gstadt und Ybbsitz. Nur die Gemeinderäte Gottfried Lettner (Grüne) und Heinz Gabriel (FPÖ) stimmten dagegen, Zoltan Abfalter (Grüne) enthielt sich der Stimme.

Am Montag der Vorwoche wurde nun vom Ybbsitzer Bahnhof ausgehend mit dem Schienenabtrag begonnen. Noch im August solle die Entfernung des Gleiskörpers abgeschlossen werden, so Bürgermeister Josef Hofmarcher. Als Grund, warum die Gleise jetzt entfernt werden, nennt der Ortschef den Ausbau des Glasfaserinternets. „Das Ganze hat sich beschleunigt, weil die Glasfaserkabel durchgehend am Bahnkörper verlegt werden sollen“, so Hofmarcher. Beim Ybbsitzer Bahnhof befinden sich derzeit noch sechs Waggons des Clubs 598, ein weiterer zerlegter Waggon ist im Heizhaus untergebracht. Bis Ende des Jahres muss der Verein die Waggons abtransportieren.

"Zwischen Göstling und Lunz gibt es eine Bahnstrecke, die noch befahren wird. Dort könnte man touristisch was machen."

„Das Vernünftigste wäre, wenn der Club 598 diese in Lunz unterbringen kann“, sagt Hofmarcher. „Zwischen Göstling und Lunz gibt es eine Bahnstrecke, die noch befahren wird. Dort könnte man touristisch was machen. Die Gemeinde Ybbsitz würde das ebenso wie die Stadt Waidhofen unterstützen.“

Club-598-Obmann Siegfried Nykodem zeigt sich enttäuscht: „Was soll man machen, wir müssen weg. Klar ist aber, so eine Übersiedlung kann nicht von heute auf morgen erfolgen. So etwas kostet Geld.“

Wohin die Waggons der Bahnfreunde gebracht werden sollen, kann Nykodem noch nicht sagen, das soll in den nächsten Tagen noch mit seinen Vereinskollegen abgeklärt werden. Verärgert ist der Bahnfreund über die Politik. „Da werden Sachen zerstört, die unwiederbringlich sind. Das begreife ich nicht.“