Bürgermeister beendeten Heimquarantäne. Ybbsitzer Bürgermeister Lueger negativ auf Virus getestet. Ortschefin Günther nach Reise in Quarantäne.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 01. April 2020 (05:00)
v.l.n.r.: Stadtchef Werner Krammer musste nach Treffen mit krankem Nationalrat in Quarantäne. Bürgermeister Gerhard Lueger wurde nach 39,2 Grad Fieber negativ auf das Virus getestet. Bürgermeisterin Juliana Günther blieb nach einer Fernreise zwei Wochen zu Hause.
NÖN

Nicht mit dem Coronavirus infiziert hat sich der Ybbsitzer Bürgermeister Gerhard Lueger. Wie die NÖN berichtete, nahm Lueger am 13. März an einer Besprechung mit dem an Covid-19 erkrankten Nationalratsabgeordneten Johann Singer teil. Nachdem er eine Woche später plötzlich 39,2 Grad Fieber hatte, wurde er auf das Virus getestet. Das Ergebnis, das am Donnerstagabend schließlich eintrudelte, war zum Glück negativ.

Der Ortschef, der schon am nächsten Tag wieder fieberfrei war, zeigte sich erleichtert. Via Facebook appellierte er an die Bevölkerung, die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Virus einzuhalten. Die häusliche Quarantäne, die ihm nach dem Bekanntwerden von Singers Erkrankung verordnet worden war, konnte Lueger am Samstag wieder beenden. Seit Montag ist er wieder in Amt und Würden.

„Die Bürgerinnen und Bürger sind sehr diszipliniert und sind sehr wenig unterwegs“Bürgermeister Gerhard Lueger

Am Ybbsitzer Gemeindeamt wurde der Betrieb stark zurückgefahren. „Parteienverkehr findet keiner mehr statt. Das meiste wird telefonisch erledigt“, sagt Lueger. Auch sonst ist es in Ybbsitz derzeit sehr ruhig. „Die Bürgerinnen und Bürger sind sehr diszipliniert und sind sehr wenig unterwegs“, konstatiert der Ortschef. „Der Verkehr ist mittlerweile fast auf null.“

Seine häusliche Quarantäne beenden konnte am Wochenende auch der Waidhofner Bürgermeister Werner Krammer. Auch er war bei der Besprechung mit Singer dabei gewesen. Im Unterschied zum Ybbsitzer Bürgermeister wies der Stadtchef aber keinerlei Symptome auf. Via Facebook bat er die Bevölkerung durchzuhalten.

Bis Montag musste auch die Kematner Bürgermeisterin Juliana Günther zwei Wochen lang in häuslicher Quarantäne bleiben. Die Ortschefin war auf einer Karibik-Reise von der Coronakrise überrascht worden. Nach der Heimreise begab sie sich in die empfohlene Heimquarantäne.

„Mir geht es gut, ich bin wohlauf“, berichtet die Ortschefin. „Da ich alle Sicherheitsempfehlungen der Regierung einhalten und niemanden gefährden möchte, habe ich mich zuhause gleich in Quarantäne begeben.“

Langweilig wurde der Ortschefin dabei freilich nicht. Schließlich gibt es in der Gemeinde gerade in der jetzigen Situation genug zu tun. So wurde in Kematen – wie auch in allen anderen Gemeinden – ein Hilfs- und Bringdienst für Lebensmittel, Speisen und Medikamente eingerichtet, den die Bürgermeisterin bis Montag von zuhause aus organisierte.