Das Nachtleben wird durch 3G gebremst. Ob Pub, Café oder Discothek – die 3G-Regel schmälert das Publikum ganz deutlich. Die Leute feiern jetzt lieber zuhause.

Von Anna Faltner. Erstellt am 15. September 2021 (05:51)
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Rauschende Partynächte im Hammerwerk in Waidhofen gibt es seit Corona kaum mehr ...
Hammerwerk

Die von der Pandemie ohnehin schon leidgeplagte Gastronomie muss nun wieder zittern und auf neue Verordnungen warten. Ab Stufe zwei wird es interessant. Die „Wohnzimmertests“ sind nicht mehr gültig, in der Nachtgastronomie tritt die 2G-Regel in Kraft. Bei Stufe drei gilt dann nur noch: Geimpft, genesen oder PCR-Test.

Zum Stufenplan selbst möchte sich Dominik Schröter vom „Dotgi’s Pub“ in Waidhofen noch nicht äußern. Immerhin gibt es ja noch keine Verordnung dafür. „Die Gäste wollen schon kommen, aber irgendwann ist es einfach genug. Das Registrieren und die 3G-Regel reichen. Wenn dann die 2G-Regel kommt, ist es zu viel. Das wäre schon ein Wahnsinn“, sagt er.

Die Kontrolle des 3G-Nachweises funktioniere „mal so, mal so“. Immer wieder gibt es Leute, die das Lokal verlassen, weil sie weder geimpft, noch getestet sind. „Ich biete bei mir im Lokal sogar Tests an. Und trotzdem habe ich schon viel Ablehnung erfahren. Die Leute gehen lieber, als sich vor Ort zu testen. Da läuft schon was falsch“, meint Schröter. Das Kontrollieren sei ihm sehr wichtig, immerhin warten saftige Strafen bei Nichteinhalten der Regeln.

Viele Leute wollen sich weder impfen noch testen

„Wenn du in der Gastronomie selbstständig bist, brauchst du momentan viel Eigenironie, Humor und Durchhaltevermögen“, sagt Christian Kamleitner, Betreiber vom „Café am Platz“ in Ybbsitz. Dass der Handel aufgrund von Kontrollen aufschreit, kann er nicht verstehen. Immerhin drücke man das den Wirten schon seit Monaten „aufs Aug’“. Die Situation ist ohnehin schon schwierig. Viele Leute wollen sich weder impfen noch testen.

„Mittags und nachmittags ist das Geschäft gut, aber am Abend ist es unter der Woche sehr ruhig geworden“, erzählt er. Die Leute haben sich umorientiert und treffen sich zuhause. „Da brauchen sie keinen Test und können rauchen. All das, was sie in der Gastronomie nicht mehr dürfen“, meint Kamleitner. Und neue Regeln kommen ja schon alle drei Wochen – das Umstellen ist zur Gewohnheit geworden. Daher ist er seinen Stammkunden sehr dankbar für ihre Treue.

Über ein Jahr war das „Hammerwerk“ in Waidhofen geschlossen. Im Sommer wagten die Betreiber für kurze Zeit die Öffnung. „Die ersten zwei Wochen waren schon gut besucht, mit der 2G-Regel und den Zeltfesten hat es sich dann aber nicht mehr rentiert“, erzählt Lukas Käferbäck. Warum für Zeltfeste lockerere Regeln gelten als für die Nachtgastronomie, kann er nicht verstehen. „Geheißen hat es, überall wo getanzt wird, kann man sich leichter anstecken. Und das ist dort genauso wie bei uns.“

Nun sollen die Türen im „Hammerwerk“ aber wieder aufgehen. „Zwar schätzen wir, dass ab Oktober die 1G-Regel kommt und es bei uns viele Impfverweigerer gibt, aber irgendwann müssen wir wieder aufsperren“, sagt Käferbäck. Und das passiert jetzt am Samstag. „Dann schauen wir, wie es funktioniert.“

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