Wolf riss Schafe in Konradsheim. Nach Weyer auch in Konradsheim zwei Schafe von Wolf getötet. Landwirtschaftskammer und Bauernbund fordern nun Maßnahmen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 20. Juni 2018 (05:00)
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Ende Mai riss ein Wolf in Weyer und in Konradsheim in unmittelbarer Nähe von Bauernhäusern jeweils zwei Schafe

Wie eine DNA-Analyse bestätigt, gehen die zwei toten Schafe, die am Morgen des 24. Mai im Weyrer Ortsteil Küpfern gefunden wurden, auf das Konto eines Wolfes. Die NÖN berichtete.

Doch auch im Ybbstal war der Wolf Ende Mai aktiv. So wurden in Konradsheim in der Nacht zum 25. Mai und am Morgen des 27. Mai ebenfalls zwei Schafe gerissen. Auch hier weist ein DNA-Test nun den Wolf als Übeltäter aus. Die beiden toten Tiere wurden am Redtenberg nur 50 Meter vom Hof Almkogel entfernt aufgefunden.

„Das Problem ist, dass der Wolf nicht jagdbar ist, er aber keine natürlichen Feinde hat“, sagt Waidhofens Vizebürgermeister Mario Wührer. „Man muss hier nun eine österreichweite Linie finden, ansonsten haben die Landwirte, aber auch der Tourismus ein Riesenproblem.“ Bedenklich für den Landeskammerrat ist, dass sich diese Wölfe offensichtlich an die Zivilisation gewöhnt haben, wurden die Schafskadaver doch beide Male in unmittelbarer Nähe von Bauernhäusern gefunden. Schon im Vorjahr habe es in Konradsheim den Verdacht gegeben, dass ein Wolf am Werk gewesen sei, berichtet Wührer. Damals wurden Kälber gerissen, jedoch keine DNA-Analyse durchgeführt.

Bestandsregulierung und Hilfe für Bauern

Gemeinsam mit der NÖ Landwirtschaftskammer fordert Wührer nun Möglichkeiten für eine praktikable flächendeckende Bestandsregulierung. „Wir haben kein Interesse daran, dass der Wolf bei uns herumrennt“, meint Bauernbund-Teilbezirksobmann Anton Kasser. „Wenn durch den Wolf kein Vieh mehr aufgetrieben wird, so ist das ein Riesenschaden für die Landwirtschaft.“ Eine Bedrohung für die Weidewirtschaft sieht auch Bauernbundpräsident Georg Strasser. Für betroffene Landwirte fordern Landwirtschaftskammer und Bauernbund ein unbürokratisches Entschädigungssystem. Man werde die Bauern sicher nicht im Stich lassen, heißt es dazu aus der NÖ Landesregierung.

Für den Ausbau des Herdenschutzes plädiert der WWF. Zudem müsse angemessen entschädigt sowie Forschung, Information und Koordination verstärkt werden. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger kündigte an, das Wolfsmanagement auf neue Beine stellen zu wollen.