Waidhofen an der Ybbs , Amstetten

Erstellt am 17. Oktober 2017, 05:33

von Andreas Kössl

Fahrplanwechsel stellt Anschluss für Pendler sicher. ÖBB-Pendler aus dem Ybbstal werden ab Dezember 2017 am Taktknoten Amstetten weiter zeitnah Richtung Linz umsteigen können. Rudolfsbahn wird schneller.

Am Bahnsteig 11 kommen Bahnpendler aus dem Ybbstal in Amstetten an. ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner, ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif und VOR-Pressesprecher Georg Huemer können nun auch nach dem Fahrplanwechsel einen ÖBB-Railjet-Anschluss nach Linz anbieten.  |  Kössl

Mit 10. Dezember tritt der neue Zugfahrplan für die Ostregion in Kraft. Wie die NÖN berichtete, fürchteten ÖBB-Bahnkunden aus dem Ybbstal Richtung Linz damit einhergehende Verschlechterungen, da es hieß, dass der Taktknoten Amstetten aufgelöst werde.

Unter einem Taktknoten versteht man einen Bahnhof, in dem zeitnah eine Umsteigemöglichkeit auf einen Anschlusszug gewährleistet wird. Künftig wäre das nicht mehr der Fall gewesen, da die ÖBB-Railjet-Züge von Amstetten nach Linz künftig um vier Minuten früher abfahren.

Trassenkoordinierungsverfahren löste fast alle Probleme

Bahnkunden aus dem Ybbstal haben zwar mit der Westbahn, die künftig im Halbstundentakt in Amstetten abfährt, die Möglichkeit eines nahtlosen Anschlusses nach Linz, sie brauchen aber ein zweites Ticket, da die Westbahn nicht im Verkehrsverbund Ostregion (VOR) vertreten ist.

Um daraus resultierende Mehrkosten für Pendler abzufangen, bietet die Westbahn für die Strecke von Amstetten nach Linz künftig 30- und 365-Tage-Karten an, die um eine Spur preisgünstiger sind als die Karten, die der VOR derzeit für die gesamte Strecke von Waidhofen nach Linz anbietet.

Wie die NÖN berichtete, wollte man den Anschluss von der Rudolfsbahn nach Linz für Pendler aber auch seitens der ÖBB sicher stellen. Nach Detailabstimmungen mit dem VOR steht nun auch fest, wie dies gelingen kann.

„Grundsätzlich ist die Schieneninfrastruktur frei zugänglich. Die Vergabe der Trassenbestellung erfolgt jährlich“, führt ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner aus. „Da die Westbahn künftig mehr Linien als bisher bestellen wird, haben sich Konflikte mit mehreren bestehenden ÖBB-Linien ergeben.“ Ein Trassenkoordinierungsverfahren löste fast alle Probleme, lediglich den Taktknoten in Amstetten hätte die ÖBB nicht mehr bedienen können. Nahtlose Anschlüsse zwischen Waidhofen und Linz wären nicht mehr möglich gewesen.

Stabiler Taktfahrplan, kurze Wartezeiten

Man wolle den Kunden einen stabilen Taktfahrplan mit möglichst kurzen Umstiegszeiten bieten, sagt VOR-Pressesprecher Georg Huemer. Das Problem sei, dass die Westbahn nicht im Verkehrsverbund sei und die Bahnkunden so zwei Tickets kaufen müssten. Auch wenn die Westbahn Verteuerungen für Pendler durch eigene Zeitkarten verhindert habe, so sei doch auf Schüler und Lehrlinge, die Topjugend-Tickets besitzen, vergessen worden. „Deshalb haben wir uns für eine Lösung innerhalb des VOR-Tarifsystems eingesetzt“, sagt Huemer.

Diese Lösung sieht nun so aus, dass die ÖBB die Fahrzeit der Rudolfsbahn zwischen Waidhofen und Amstetten beschleunigt. Dies wird zum einen durch den Einsatz schnellerer Cityjet-Züge erreicht, zum anderen fahren die meisten Züge künftig in der Haltestelle Sonntagberg durch. Die Haltestelle ist mit durchschnittlich 60 Reisenden pro Tag der am geringsten frequentierte Stopp der Rudolfsbahn.

Die für Schüler und Pendler zwischen Amstetten und Waidhofen wichtigen Zugverbindungen in den Morgenstunden halten weiterhin in Sonntagberg. Insgesamt werden aber die in Sonntagberg haltenden Züge von 19 auf fünf reduziert. Für Bahnkunden aus Sonntagberg installiert die ÖBB einen Shuttlebus bis Rosenau. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um drei Minuten. Der Ticketautomat in Sonntagberg bleibt.

„Wir stellen für Pendler im Frühverkehr die Anschlüsse nach Linz und am Nachmittag die Anschlüsse von Linz sicher“, sagt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Die neuen Fahrpläne werden in etwa 14 Tagen online abrufbar sein.

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