Feuerwehr-Neuwahlen: Was auf die Kameraden zukommt. Ab Jänner stehen die Wahlen in den einzelnen Feuerwehren, in den Abschnitten und im Ybbstal an.

Von Peter Führer und Anna Faltner. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:32)
30. August 2016: Ein Teil vom Reiterhof des Bauernhauses Oberglatzberg in Atschreith stand in Flammen. „140 Mann waren bei einem der herausfordernsten Einsätze der letzten Jahre vor Ort“, erinnert sich Waidhofens Abschnittskommandant Josef Rauchegger zurück. Er tritt bei den Wahlen nicht mehr an.
privat

88 Feuerwehren oder 6.600 Mitglieder sind aufgerufen, im Jänner an die „Urnen“ zu schreiten. Sie werden ihre Kommandos wählen. Diese 176 Kommandanten und Stellvertreter wählen danach die Abschnittskommandos, die Abschnittskommandos dann das Bezirkskommando. Im März sind die Wahlen abgeschlossen.

30. August 2016: Ein Teil vom Reiterhof des Bauernhauses Oberglatzberg in Atschreith stand in Flammen. „140 Mann waren bei einem der herausfordernsten Einsätze der letzten Jahre vor Ort“, erinnert sich Waidhofens Abschnittskommandant Josef Rauchegger zurück. Er tritt bei den Wahlen nicht mehr an.
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Wie die Wahlen in den Gemeinden ausgehen, ist noch abzuwarten. Fix ist, dass es zu einigen Veränderungen kommen wird. Auch bei den Abschnitten. So werden etwa Josef Weber (Amstetten-Land), Werner Pießlinger (Waidhofen-Land) und Josef Rauchegger (Waidhofen-Stadt) nicht mehr zur Wahl antreten. Stefan Schaub (Amstetten-Stadt), Josef Hirtenlehner (Haag) und David Strahofer (St. Peter) stehen allerdings – sofern sie freilich gewählt werden – weiterhin zur Verfügung.

Josef Rauchegger stellt sowohl seine Funktion als Kommandant der Feuerwehr Zell/Ybbs als auch seine Funktion als Abschnittskommandant (Waidhofen-Stadt) krankheitsbedingt zur Verfügung. „Ich bin an Krebs erkrankt und hatte dieses Jahr 24 Chemotherapien, im neuen Jahr liegt noch einiges vor mir. Das wird für mich eine große Herausforderung“, erzählt er im NÖN-Telefonat. Dennoch stehe er seinen Kameraden weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

In seinen 25 Jahren als FF-Kommandant und 15 Jahren als Abschnittskommandant hat er viel erlebt. „Es gibt immer wieder Einsätze, die einen besonders fordern. Wir hatten mehrere große Brandereignisse, aber auch technische Einsätze mit Menschenrettungen oder Suchaktionen. Das sind schon prägende und zum Teil einschneidende Dinge“, betont Rauchegger. Darüber standen aber auch viele positive Erlebnisse, erfolgreiche Beschaffungen von Fahrzeugen, eines HLF3 und vor allem die Kameradschaft. „Wie man miteinander umgeht, das ist ein sehr wichtiger Faktor und hat immer sehr gut funktioniert.“ Für seine Nachfolge bei der Feuerwehr Zell/Ybbs gibt es einen konkreten Wahlvorschlag, der aber erst bei der Wahl am 6. Jänner präsentiert wird. Der Abschnitt wird im Februar neu gewählt.

Der Modus bei den ab Jänner beginnenden Wahlen sieht Corona-bedingt 2021 etwas anders aus. Wie Bezirkskommandant Rudolf Katzengruber berichtet, gibt es zwei Varianten. „Einige Feuerwehren werden einen reinen Wahlmodus machen. Das heißt, dass sie kurz hingehen, die Stimme abgeben, und dann wieder den Wahlbereich verlassen. Die zweite Möglichkeit ist, dass man die Wahl mit einer kurzen Mitgliederversammlung mit FFP2-Masken und Abstand verbindet. Fix ist, dass die Wahlen durchgeführt werden müssen, weil es ja in den kommenden Monaten dann mit den anderen Ebenen weitergeht“, sagt Katzengruber.

Feuerwehrauflösungen sind kein Thema

Erfreulich sei, dass sich in keiner Gemeinde eine Mannschaft auflösen wird. Der Mannschaftsstand bleibt beinahe unverändert, es gibt sogar ein leichtes Mitgliederplus. Dennoch steht man auch im Bezirk vor einigen Problemen. „Das riesengroße Thema ist, dass es immer schwieriger wird, die Tagesbereitschaft aufrechtzuerhalten. Das liegt daran, dass es schwieriger wird, Mitglieder für Aufgaben in der Führungsebene zu begeistern. Viele sagen, dass sie gerne bei der Feuerwehr mithelfen, das ist natürlich toll. Aber dass jemand Verantwortung übernimmt und noch zusätzlich etwas dazu macht, etwas in der Jugendbetreuung oder als Zugs- oder Gruppenkommandant, das wird immer seltener“, analysiert Katzengruber. Nur viel persönlicher Einsatz der Kommandanten und ein motivierender und wertschätzender Umgang mit den Mitgliedern machen es möglich, dass sich doch immer wieder jemand für diese Aufgaben findet.

Eine weitere große Herausforderung ist die Finanzierung der Feuerwehren, die durch Feuerwehrfeste große Beiträge selbst beisteuern. „Auch die Gemeinden haben mit finanziellen Einbußen zu kämpfen, daher wird diese Frage nicht leicht zu beantworten sein“, weiß Katzengruber. Man hoffe, dass bald wieder Veranstaltungen möglich sind. Irrsinnig stolz macht den Bezirksfeuerwehrkommandanten, dass man dank großer Disziplin bis jetzt erfolgreich durch die Pandemie kommen konnte. „Es gab relativ wenige Ausfälle durch Erkrankungen und es musste auch keine Feuerwehr wegen eines Viren-Clusters außer Dienst genommen werden. Alle Mitglieder haben sich hervorragend an die Vorgaben gehalten.“

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