Frisch, gut & aus der Region: Nahversorgung hat Zukunft. Qualität, Frische, freundlicher Service und Herkunftsgarantie sind die Stärken der Nahversorger.

Von Andreas Kössl und Leo Lugmayr. Erstellt am 27. November 2019 (04:56)
Leo Lugmayr

Die Gemeinde Ybbsitz hat in diesem Jahr mit der Eingliederung der Volksbank-Filiale in Waidhofen eine Bankstelle verloren. Dennoch ist Bürgermeister Gerhard Lueger mit der Nahversorgung im Ort nicht unzufrieden. Mit der Raiffeisenkasse hat man weiterhin eine Bank im Ort und mit einem Lebensmittelmarkt, einer Bäckerei, einer Fleischhauerei, mehreren Gasthäusern, einer Tankstelle, einem Modegeschäft, einer Trafik und noch weiteren Dienstleistern ist man im Zentrum der 3.400-Einwohner-Gemeinde doch recht gut versorgt.

„Natürlich wünscht sich die Bevölkerung ein noch größeres Angebot“, sagt der Ortschef. „So werden etwa ein Drogeriemarkt, ein Schuhgeschäft oder ein weiteres Textilgeschäft immer wieder gewünscht.“ Die Gemeinde sei jedenfalls bemüht, die Leerflächen im Ortszentrum wieder mit Leben zu erfüllen. Die Gebäudeeigentümer ersuche man deshalb, sich positiv in die Entwicklung einzubringen. „Schließlich müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die sich in unserer schnelllebigen Zeit auftun“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Erfreut zeigt sich Lueger darüber, dass das Blumengeschäft am Marktplatz vergangene Woche wieder aufgesperrt hat. Betrieben wird es von der gemeindeeigenen Immobilienfirma. „Die Gemeinde hat hier die Initiative ergriffen und die Betriebsaufnahme ermöglicht“, sagt der Ortschef.

Wichtiger Nahversorger seit vielen Jahren

Seit vielen Jahren schon ein ganz wichtiger Nahversorger in der Schmiedegemeinde ist auch die Fleischhauerei Kainrath. Annemarie und Josef Kainrath führen den Betrieb und versorgen nicht nur Privathaushalte, sondern auch Betriebe mit Grundnahrungsmitteln, indem sie etwa zur Jausenzeit in die Betriebe liefern.

„Bei uns wissen die Leute, dass Qualität unser höchstes Gebot ist“, sagt Annemarie Kainrath. In ihrer Vitrine finden sich neben Fleisch und Wurstwaren auch die Menüs des Tages – vom Hirschragout über Gulasch und Gebackenes bis hin zum legendären Kainrath-Leberkäse, für den auch Landeshauptmannstellvertreter Stephan Pernkopf auf der Durchreise durch Ybbsitz immer Halt macht.

„Die Leuten wollen Qualität, Beratung und wissen, woher das Fleisch stammt.Annemarie Kainrath, Ybbsitz

„Die Leute wollen nicht nur sicher sein, dass Qualität, Frische und der Preis stimmen, sie wollen auch gut beraten sein, welches Stück vom Rind etwa für die Roulade passt“, wissen die Damen hinter der Verkaufsvitrine. Dazu gibt es bei Bedarf auch Kochratschläge. Das alles bekommt man im Supermarkt nicht so selbstverständlich . „Daher sind viele unserer Kunden Stammkunden“, sagt Josef Kainrath. „Immer öfter wollen die Leuten neben der Beratung und der Qualitätsgarantie auch wissen, woher das Fleisch stammt.“

Bei Kainrath setzt man durchwegs auf Produkte aus der Region, wobei Wildspezialitäten ein Faible für den Jäger Josef Kainrath sind. „Wildbret ist nicht nur gesund und schmackhaft, sondern naturgemäß auch biologisch“, sagt Josef Kainrath. Einen zweiten Trend, den der Nahversorger besser bedienen möchte als Großmärkte, ist die Saisonalität der Produkte.

„Wichtig ist uns, dass wir saisonal stets das Passende parat haben“, sagt Annemarie Kainrath. „Jetzt Ganseln für Weihnachten bestellen“, liest man derzeit auf einem Schild an der Wand neben den ausgeschilderten Tagesspezialitäten oder „Aktion frische Selchripperl“. Das lässt dann auch Kunden spontan zugreifen, die das gar nicht vorgehabt hätten.
„Rasch auf Saison und Nachfrage zu reagieren, ist wohl auch eine der Stärken der Nahversorger“, meint Josef Kainrath.

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