Neue Kreditregeln: Einsparen durch Eigenleistung

Erstellt am 16. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Manuel und Katharina Ortner haben im Juli mit ihrem Bauprojekt in Waidhofen begonnen. 2023 möchte die Jungfamilie ins neue Eigenheim einziehen.
Foto: Kössl
Begonnene Projekte im Ybbstal werden fortgeführt. Angehende Häuslbauer warten einmal ab.
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Mit August wurden die Kreditvergaberegeln für Wohnimmobilien deutlich verschärft. Damit wird es für viele schwieriger, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

Nicht betroffen sind Katharina und Manuel Ortner. Das Waidhofner Paar hat Anfang Juli mit dem Umbau eines Hauses in der Urltalstraße begonnen. Im Sommer 2023, spätestens zu Jahresende, möchte die Jungfamilie schon ins neue Eigenheim einziehen. „Die Finanzierung dafür ist schon länger davor gestanden“, berichtet Katharina Ortner und Manuel Ortner ergänzt: „Es wäre sich aber auch mit den neuen Regeln ausgegangen. Zum einen sind wir beide berufstätig, zum anderen haben wir finanzielle Unterstützung durch unsere Eltern bekommen.“

Überlegungen, sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, hatten die beiden schon länger, konkret geworden ist das Projekt dann in den letzten zwei Jahren. Dass die Baustoffpreise zuletzt so stark angestiegen sind, hat das Paar freilich getroffen, ihre Entscheidung bereut haben sie aber nicht. „Natürlich hat sich die Kalkulation für unser Bauprojekt dadurch verändert“, sagt Manuel Ortner. „Indem wir nun aber mehr in Eigenleistung übernehmen, wollen wir wieder etwas einsparen.“

Von der Neuregelung bei der Kreditvergabe betroffen ist hingegen ein anderes Waidhofner Paar, welches anonym bleiben möchte. Die beiden haben sich heuer im Frühjahr eine Bauparzelle in Waidhofen gekauft. Von den neuen Kreditregeln überrumpelt wurden sie aber nicht. „Als wir davon erfahren haben, haben wir uns natürlich überlegt, was bedeutet das für uns? Können wir trotzdem Haus bauen“, sagt sie und er ergänzt: „Prinzipiell handelt es sich ja um sinnvolle Grenzen, damit man bei der Finanzierung auf der sicheren Seite ist. In diesen hätten wir uns sowieso bewegt, wir wollen ja auch weiterhin einen gewissen Lebensstandard.“

Mehr ins Gewicht für die beiden fallen die jüngsten Steigerungen bei den Baukosten und den Zinsen. „Ursprünglich haben wir uns gedacht, wir wollen schnell bauen. Nun werden wir aber einmal abwarten, wie sich das weiter entwickelt“, sagen sie. „Wir müssen nicht um jeden Preis bauen. Wenn die Unsicherheit zu groß ist, werden wir das nicht machen.“

Dass Käufer ihre Baugründe nun wieder an die Gemeinden zurückgeben wollen, zeichnet sich nach dem Inkrafttreten der neuen Regeln in der Region derzeit nicht ab.

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