Ölheizungs-Verbot: „Noch nicht am Ende angelangt“. Seit 1. Jänner dürfen Ölheizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Von Peter Führer und Lisa Hofbauer. Erstellt am 09. Januar 2019 (04:00)
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Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Ölheizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

„Man kann aber nicht pauschal sagen, welche Wärmequelle für welchen Haushalt die richtige ist"Christoph Marcik, Installateur und Geschäftsführer

„Grundsätzlich ist es gut, von fossilen Brennstoffen wegzukommen“, sagt Christoph Marcik, Installateur und Geschäftsführer des gleichnamigen Waidhofner Familienbetriebs. „Man kann aber nicht pauschal sagen, welche Wärmequelle für welchen Haushalt die richtige ist – das hängt von vielen Faktoren, unter anderem auch von den Vorstellungen des Kunden, ab.“ Hier sei es natürlich die Stärke eines Fachbetriebes, individuelle Beratung anzubieten. „Oft reicht es auch schon, die eigenen Heizgewohnheiten zu ändern. Wird etwa die Raumtemperatur um ein Grad Celsius reduziert, bringt das schon eine Ersparnis von sieben Prozent.“

Wie die Kunden auf das Verbot von Ölheizungen reagieren, könne man jetzt noch nicht sagen, meint Marcik. „Die meisten Heizungskessel werden eher im Sommer umgetauscht. Erst dann wird sich zeigen, ob die Leute umsteigen.“ Was sich aber schon zeige, sei, dass in den letzten Jahren viele Leute auf Biomasse umgestiegen seien. „Ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzt“, sagt Marcik. Und auch das Heizen mittels Wärmepumpen boome. „Dennoch sind wir energetisch noch nicht bei der endgültigen Lösung angelangt.“

„Ölheizungen stellen keine Alternative dar“

In Waidhofen sind laut EVN etwas mehr als 25 Prozent aller Heizungen Ölheizungen. „In den letzten Jahren hat sich aber gezeigt, dass Ölheizungen keine Alternative zu den nachhaltigen Heizsystemen wie Naturwärme oder Wärmepumpen darstellen“, meint Jochen Förster-Kugler von der Kommunikationsstelle der EVN.

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„Deshalb gibt es in Neubauten schon praktisch keine Ölheizungen mehr.“ Die EVN investiere bereits seit Jahren in den Ausbau der nachhaltigen Wärmeversorgung. „Das tun wir, weil wir einerseits unseren Beitrag zum nachhaltigen Umbau unseres Energiesystems leisten wollen und weil es andererseits von den Kunden immer stärker gefordert wird“, sagt Förster-Kugler. In Waidhofen betreibt die EVN ein Naturwärmenetz, das große Teile der Stadt, unter anderem Objekte wie Krankenhaus, HTL oder HAK, versorgt. Insgesamt versorgt die Fernwärme Waidhofen rund 500 Kunden mit Energie aus Biomasse. „Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Heizsystemen auch in den nächsten Monaten und Jahren anhalten wird, und richten unsere Investitionen und Strategien danach aus“, meint Förster-Kugler.

Übrigens: Im Bezirk gab es im Jahr 2016 8.892 Ölheizungen (Auswertungen für 2017 und 2018 werden in den nächsten Wochen erstellt). Der Bezirk Amstetten ist neben Melk der einzige Bezirk in Niederösterreich, der über eine derart aktuelle Heizungsdatenbank verfügt. „Grund dafür ist, dass die Gemeinden die Aufgabe der Heizkesselüberprüfung bereits in den 1990er-Jahren an den Gemeinde Dienstleistungsverband (gda) übergeben haben“, klärt gda-Obmann Anton Kasser auf.

Der Trend zum Umstieg hält bereits länger an, das Verbot für Ölheizungen in Neubauten habe die Umstiegszahlen nicht in die Höhe geschraubt, wie Eva Zirkler vom gda bestätigt.

Wer über einen Umstieg nachdenkt, der bekommt, so Zirkler, bei der Energieberatung Niederösterreich (www.energieberatung-noe.at) viele Tipps.

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