Positiv am Arbeitsplatz: Verordnung wirft Fragen auf

Erstellt am 10. August 2022 | 04:38
Lesezeit: 2 Min
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Seit 1. August gelten Covid-positive Personen ohne Symptome als arbeitsfähig. Sie müssen allerdings in geschlossenen Räumen eine FFP2-Maske tragen. Arbeitnehmervertreter befürchten dadurch erhöhten Druck auf Beschäftigte.
Foto: Musa-Rois
Neue Verordnung wirft Fragen zu ihrer praktischen Umsetzung in Betrieben im Ybbstal auf.
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Set 1. August müssen Menschen mit einem positiven Covid-Test nicht mehr gesetzlich in Quarantäne und gelten – sofern sie symptomlos sind – auch als arbeitsfähig.

Helmut Novak, ÖGB-Regionalsekretär Mostviertel Eisenstraße, sieht das Ende der Quarantäneregelung problematisch: „Wir haben das kritisiert, weil man auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegenüber Verantwortung übernehmen muss. Man weiß nicht, wie viel Druck mit dieser neuen Regelung jetzt auf Beschäftigte in den Betrieben entsteht.“

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Helmut Novak vom ÖGB sieht die Verordnung kritisch.
Foto: Kössl

Reinhard Gleiß, Betriebsrat bei der Bene GmbH, findet ebenfalls einige Kritikpunkte an der neuen Verordnung: „Ich sehe die neue Regelung kritisch, weil man die Verantwortung auf die Firmen überträgt und diese dann auf den Kosten sitzen bleiben, sollte es zu einer neuen Welle kommen. Wenn man als Firma proaktiv reagiert und positiv getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern empfiehlt, in den Krankenstand zu gehen, hat man eben die Krankenstände, umgekehrt hat man aber das Risiko, dass der Reihe nach mehr und mehr Leute infiziert werden. Meiner Meinung nach ist die Regelung nicht ausgegoren.“

Laut der Verordnung des Gesundheitsministeriums müssen Covid-Positive in der Arbeit durchgehend eine FFP2-Maske tragen, sofern keine räumliche Trennung möglich ist. Wie dies im Arbeitsalltag umgesetzt und kontrolliert werden soll, bleibt allerdings offen. „Wenn jemand wirklich positiv getestet arbeiten geht, ist es schwierig, dass diese Person nicht mit gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenkommt“, meint Novak. „Das gilt nicht nur für Büros, auch auf Baustellen oder in Werkstätten ist das, zum Beispiel in Pausenräumen, ein Problem.“

Eine große Frage ist auch, wie mit dem Schutz vulnerabler Personengruppen umgegangen wird. „Wir haben durchgebracht, dass Risikogruppen Anspruch auf Home office haben beziehungsweise freigestellt werden müssen“, erzählt Novak. „Der ebenfalls von uns geforderte Schutz für Schwangere wurde aber leider nicht in die neue Regelung aufgenommen.“

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