Radweg bringt Touristen. Mehr Nächtigungen und Ankünfte durch schönes Wetter und Radweg. Auch Wirtschaftstourismus boomt.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 24. Oktober 2018 (02:00)
eisenstrasse.info
Der Ybbstalradweg ist ein Frequenzbringer. Das schlägt sich auch in der Nächtigungsstatistik in der Region nieder.

Die touristische Entwicklung im Ybbstal ist sehr positiv. Zwischen Jänner und August stieg im Vergleich zum Vorjahr sowohl die Zahl der Nächtigungen als auch jene der Ankünfte in den Beherbergungsbetrieben an.

An der Moststraße gab es um 3,3 Prozent mehr Ankünfte, die Nächtigungen stiegen um 3,2 Prozent. In der Region Eisenstraße legte man bei den Ankünften um 10,3 Prozent zu, und auch wenn die Nächtigungen auf dem Papier um 0,1 Prozent sanken, gab es bei allen touristischen Beherbergern tatsächlich doch Zuwächse. Grund für das Minus am Papier ist das Therapiezentrum Buchenberg in Waidhofen, das Anfang des Vorjahres aus der Statistik genommen wurde. 20.000 Nächtigungen fallen dadurch raus.

„Es gibt eine touristische Aufbruchsstimmung im Tal und diese wollen wir nutzen.“Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger

„Im Grunde hatten wir bis jetzt ein sehr positives Jahr“, konstatiert der Geschäftsführer der Mostviertel Tourismus GmbH Andreas Purt. An der Eisenstraße war vor allem der Sommer stark. So verzeichnete man im August die meisten Ankünfte (20.636) und Nächtigungen (55.587) vor dem Juli (18.479 Ankünfte und 48.839 Nächtigungen). „Zur positiven Entwicklung an der Eisenstraße trägt sicher der Ybbstalradweg bei“, sagt Purt. „Aber auch die Wettersituation war hier entscheidend. Wir hatten heuer einen sehr schönen Sommer.“

Die Gemeinden entlang des Ybbstalradwegs verzeichneten heuer nahezu durch die Bank Nächtigungszuwächse. Ein größeres Minus gab es nur in St. Georgen/Reith. Der Grund dafür ist, dass die Jugendherberge Pöschko die Pforten seit dem Vorjahr geschlossen hat.

Zimmer-Engpass durch Rad-Boom im Ybbstal

Aufgrund des Rad-Booms sei es in den Sommermonaten am Ybbstralradweg öfters zu Engpässen bei freien Zimmern gekommen“, sagt der Mostviertel-Tourismus-Chef. „Hier wäre durchaus noch was drinnen“. An der Moststraße war der Juli mit 13.322 Ankünften und 28.293 Nächtigungen der stärkste Monat. „In der Moststraße haben wir viel Wirtschaftstourismus“, sagt Purt. „Die Wirtschaft brummt, das schlägt sich nun nieder.“ So konnte die Gemeinde Kematen einen Zuwachs von 102,7 Prozent bei den Ankünften verzeichnen. Ein großes Plus bei den Nächtigungen gab es mit 52,5 Prozent in Allhartsberg und mit 58,7 Prozent in Sonntagberg.

Der Nächtigungsrückgang in der Stadt Waidhofen von 42,7 Prozent ergibt sich alleine durch den Rausfall des Therapiezentrums Buchenberg aus der Statistik. Sowohl bei den gewerblichen als auch bei den privaten touristischen Beherbergern verzeichnet man Zuwächse „Dieses Minus ist statistisch bedingt“, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer. „Tatsächlich liegen wir sehr gut. Die Entwicklung ist sehr erfreulich.“ Als Grund dafür sieht der Stadtchef den Ybbstalradweg.

„Wir stehen am Beginn einer Entwicklung, die uns noch viel Freude bereiten wird."Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger

Dass in den letzten Monaten wieder zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen wurden, freut ihn. „Luft nach oben wäre aber immer noch“, sagt Krammer und verweist auf den Verein Ybbstaler Alpen, der sich künftig um die gemeinsame touristische Vermarktung der Ybbstalgemeinden kümmern soll. „Wir wollen damit signalisieren, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen.“ Die meisten Ankünfte verzeichnete man in Waidhofen im Juni (2.505), die meisten Nächtigungen im Juli (3.613).

„Die aktuellen Zahlen für das Ybbstal zeigen, dass sich die Infrastrukturinvestitionen der letzten Jahre, etwa beim Hochkar, in den Ybbstalradweg, beim Königsberg oder in die Forsteralm, bezahlt machen“, sagt Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger.

„Es gibt eine touristische Aufbruchsstimmung im Tal und diese wollen wir nutzen, vor allem für junge Menschen. Wir stehen am Beginn einer Entwicklung, die uns noch viel Freude bereiten wird.“ Gleichzeitig bringe diese Entwicklung auch große Herausforderungen mit sich, hier sei Sensibilität der politischen Verantwortungsträger gefragt.