Skiurlaub trotz Krise: Geht das?. Ybbstal: Tourismusbranche setzt in diesem Winter vor allem auf einheimische Gäste. Reisemotivation ist aktuell verhalten.

Von Anna Faltner. Erstellt am 25. November 2020 (04:04)
Symbolbild

Die Coronapandemie hat auch enorme Auswirkungen auf den heimischen Wintertourismus. Beim regionalen Tourismusverbund Ybbstaler Alpen bereitet man sich gerade intensiv auf die bevorstehende Saison vor. „Wir sind gerade dabei zu erheben, was es touristisch heißt, wenn Gäste aus bestimmten Ländern wegbrechen“, berichtet Geschäftsführer Herbert Zebenholzer. „Darauf basierend entwickeln wir gemeinsam mit der NÖ Werbung, mit Mostviertel Tourismus und den Skigebieten der Region eine entsprechende Werbestrategie.“

Die Voraussetzungen dafür sind in der Region unterschiedlich. Während für die Skigebiete Lackenhof am Ötscher und Hochkar in Göstling der Nächtigungstourismus ein wichtiges Segment ist, lebt man auf der Forsteralm ausschließlich und am Königsberg zum Gutteil vom Tagestourismus.

Generell gilt aber: Der Schwerpunkt liegt heuer auf den einheimischen Gästen. „Dabei zählt das Angebot“, sagt Zebenholzer. „Im Sommer konnten Destinationen mit Seen punkten. Für den Winter haben wir in der Region ein attraktives Angebot. Das reicht vom Skifahren, über das Langlaufen bis zum Schneeschuhwandern und Skitourengehen. Wenn es uns gelingt, Gäste dafür zu gewinnen, glaube ich an eine gute Saison – vorausgesetzt der Winter passt und wir dürfen aufsperren.“

Quelle: marketagent; Foto: gorillaimages/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Und wie sieht die Situation in den Reisebüros aus? Die Leute seien aufgrund der sich nach wie vor ständig ändernden internationalen Bestimmungen mit den Buchungen ihres Winterurlaubs derzeit noch zurückhaltend, berichtet die Filialleiterin des Raiffeisen Reisebüros in Waidhofen Theresa Korntheuer. Vor allem auf Fernurlaube mit Strand und Meer hätten heuer viele verzichtet. „Wir merken aber schon, dass die Sehnsucht nach Urlaub sehr groß ist. Viele warten nur darauf, dass es wieder losgeht.“

Derzeit gebe es jedoch auch große Unsicherheit, was den Ablauf und die Organisation einer Reise betrifft. „Die Kunden sind sensibler geworden, weshalb der Mehrwert einer Beratung und der persönlichen Kompetenz in Reisebüros stark nachgefragt wird.“ Für den heurigen Winter erwartet sich Korntheuer ein verhaltenes Reiseverhalten. „Das liegt auch am eingeschränkten Angebot. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass es mit Anfang 2021 wieder deutlich stärker losgeht und vor allem Buchungen für Sommer und Herbst getätigt werden.“

Wenn der Skiurlaub vor Corona gebucht wurde

Die Leute seien hungrig nach Reisen, da viele heuer verzichten mussten. „Sie werden deshalb einen Sommerurlaub oder eine Fernreise 2021 nicht nochmals auslassen wollen“, meint die Filialleiterin.

Im Februar, als das Coronavirus in Österreich noch gar kein Thema war, haben drei Waidhofner Familien ihren gemeinsamen Skiurlaub für die Energieferien 2021 gebucht. Ein Frühbucherquartier in einem kleinen Skigebiet in Südtirol. „Wir haben gebucht, da war Corona gerade einmal in China bekannt. Natürlich überlegen wir jetzt schon, ob das tatsächlich machbar ist. Aber es würde uns allen sicher guttun, mal wieder rauszukommen“, sagt Lisa Scholz. Vorzeitig stornieren wollen die drei Familien noch nicht. „Ein bisschen Zeit haben wir ja noch. Jetzt warten wir einmal Weihnachten ab, dann wird man schon sehen“, meint die Waidhofnerin. Sollte der Urlaub tatsächlich storniert werden, will sie nicht nach Alternativen suchen. „Dann werden wir zuhause bleiben und einzelne Skitage oder Ausflüge in der Region machen“, sagt Scholz.

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