„Verbote sind wenig effektiv“. Seit 1. Jänner gelten neue Regelungen für Jugendliche. Die NÖN hat dazu einige Stimmen aus der Region eingeholt.

Von Lisa Hofbauer und Stephanie Turner. Erstellt am 03. Januar 2019 (05:10)
Von Bodnar Taras, Shutterstock.com
Symbolbild

Das neue Jahr bringt einige Veränderungen – zumindest im Jugendschutz. Das neue Jugendgesetz, das mit 1. Jänner 2019 in Kraft trat, beinhaltet vor allem Änderungen im Hinblick auf den Alkohol- und Nikotinkonsum sowie auf die Ausgehzeiten.

Was sich laut Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Andreas Kronsteiner trotz des neuen Gesetzes nicht ändern wird, sind die regelmäßigen Jugendschutzkontrollen in den Lokalen durch die Polizei. Diese werden monatlich durchgeführt, die Ergebnisse landen anschließend bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten: „Aktuell werden die Jugendschutzgesetze im Bezirk Amstetten gut eingehalten, sowohl von den Unternehmen als auch von den Jugendlichen“, sagt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer.

„Jugendschutz ist uns ein großes Anliegen“

Wenig ändern wird sich durch die neuen Regelungen auch bei der Eventagentur „Passion & Style Events“. „Das, was jetzt Gesetz ist, führen wir eigentlich schon von Beginn an durch“, sagt Geschäftsführer Richard Abfalter. Sowohl beim Crystal Club als auch in der von Abfalter betriebenen „Yours Bar“ in Waidhofen ist der Eintritt erst ab 18 Jahren gestattet. „Jugendschutz ist uns ein großes Anliegen, daher wird das auch rigoros kontrolliert“, sagt Abfalter. Einzig bei der Schulschlussparty „The Garage“ ist der Eintritt bereits ab 16 Jahren gestattet. „Aber auch hier kontrollieren wir genau. Unter 18 Jahren wird kein hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt“, sagt er.

Die Waidhofner „Unique-Bar“ darf hingegen bereits von Personen ab 16 Jahren besucht werden. Der Betreiber Manfred Wagner will künftig strengere Ausweis kon trollen beim Konsum von Hochprozentigem durchführen. „Die neue Regelung für den Nikotinkonsum betrifft uns aber nicht, da das Rauchen seit Mai bei uns sowieso nicht mehr gestattet ist“, sagt Wagner. „Auf alle Fälle werden wir aber im Lokal ein Hinweisschild anbringen, das unsere Gäste über die neuen Regeln informiert.“

„Bewusstseinsbildung wäre sinnvoller“

Andreas Schauer, der Leiter des Waidhofner Jugendzentrums Bagger, kann dem neuen Jugendgesetz nicht allzu viel abgewinnen. „Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, in Bewusstseinsbildung und Information zu investieren als in schwammige Gesetze. Bewusstseinsbildung ist effektiver als Abschreckung, da Verbote Rauchen und Alkohol für manche Jugendliche sogar attraktiver machen“, sagt Schauer.

Im Bagger, das sich als Treffpunkt für Jugendliche von 13 bis 21 Jahren versteht, ist der Konsum von Alkohol und Nikotin schon seit mehreren Jahren verboten. „Ich finde es auch sinnlos, das Alter für ein Nikotinverbot von 16 auf 18 Jahre anzuheben. Die meisten Jugendlichen fangen, wenn sie zu rauchen beginnen, im Alter von zwölf oder 13 Jahren damit an.“ Außerdem sei es für die Jugendlichen meist trotz eines Verbotes möglich, an Alkohol und Zigaretten zu gelangen. „Meistens gibt es einen älteren Bruder oder Freunde, die dann die Zigaretten besorgen“, sagt Schauer.

„Man darf aber nicht vergessen, dass es nicht DEN Jugendlichen gibt. Der Großteil der jungen Leute ist zum Beispiel gesundheitlich orientiert und Rauchen ist gar kein Thema“, sagt der Jugendzentrumsleiter. „Bewusstseinsbildung kann hier viel bewirken.“

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