Ybbstalradweg: Erstes Teilstück befahrbar. Zwischen Göstling und St. Georgen/Reith darf mit Ende der Woche geradelt werden. Nächster Bauabschnitt offen. Schagerl: Eisenbahnkreuzungen in Gstadt müssen weg.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 27. Juli 2015 (11:47)
NOEN, Kössl
Die Eisenbahnkreuzungen in Gstadt sind St. Georgen/Reiths Bürgermeister Helmut Schagerl ein Dorn im Auge. Der Waidhofner Stadtchef solle sich für die Entfernung der Gleise starkmachen, fordert er.

Ende der Woche soll das erste Teilstück des insgesamt 52,6 Kilometer langen Ybbstalradweges zwischen St. Georgen/Reith und Göstling für den Verkehr freigegeben werden. Auf diesem Stück verläuft der Radweg bis Kogelsbach auf der ehemaligen Trasse der Ybbstalbahn, zwischen Kogelsbach und St. Georgen/Reith dann weiter rechts der Ybbs auf der L 6181.

Steinsicherungsarbeiten abgeschlossen

Die Steinsicherungsarbeiten auf dem Teilstück seien abgeschlossen, berichtet St. Gergen/Reiths Bürgermeister Helmut Schagerl, der auch Obmann-Stellvertreter des Radwegverbandes ist. Nach ein paar Restarbeiten Anfang dieser Woche und der Anbringung einiger Beschilderungen könne Ende der Woche losgeradelt werden.

Eine offizielle Eröffnung des Teilstücks werde es erst geben, wenn auch der Abschnitt zwischen Göstling und Lunz am See befahrbar ist, so Schagerl. Hier verläuft die Strecke zwar großteils auf dem bestehenden Radweg, einige Brücken müssen jedoch noch saniert werden, was noch einige Wochen dauern werde. Welches Teilstück danach in Angriff genommen wird, steht derzeit noch nicht fest. Grundsätzlich stünde der Abschnitt zwischen Gstadt und Opponitz durch das Ofenloch am Plan.

Wie berichtet möchte ein Landwirt im Bereich des Bootshauses jedoch eine Verlegung der geplanten Radwegstrecke weg von der ehemaligen Bahntrasse, die mitten durch seine Wiese verläuft. Geht es nach dem Landwirt soll der Radweg nach der Eisenbahnbrücke beim Bootshaus nicht die Straße queren, sondern auf der Ybbsseite an seinem Bauernhaus vorbei verlaufen und erst später die Straße queren.

Seitens des Radwegverbandes hieß es hier immer, man habe grundsätzlich nichts dagegen, es dürften jedoch keine Mehrkosten anfallen. Laut dem Opponitzer Bürgermeister Johann Lueger gibt es bereits eine Zusage des Landes NÖ, einen gewissen Finanzierungsbeitrag für die Umlegung über die Gemeinde an den Landwirt zu leisten, damit dieser die Mehrkosten nicht alleine stemmen müsste. Eine Vereinbarung und damit einen positiven Baubescheid gibt es derzeit aber noch nicht.

Einspruch eines Landwirts abgewiesen

Gut möglich, dass man beim weiteren Radwegbau deshalb auch den Abschnitt von St. Georgen/Reith bis Hollenstein als nächstes in Angriff nimmt. Hier sei der Einspruch eines Landwirts gegen den Baubescheid kürzlich vom Landesverwaltungsgerichtshof abgewiesen worden, berichtet Schagerl.

Bei einem kleineren Bauabschnitt in St. Georgen/Reith, der ebenfalls beeinsprucht wurde, sei die Entscheidung in zweiter Instanz noch offen, werde aber demnächst erwartet. Werde der Einspruch abgewiesen, könne gebaut werden. Im September könne die Ausschreibung starten, Ende Oktober, Anfang November gebaut werden.

Ein Problem im Zusammenhang mit dem Ybbstalradweg ortet der Obmann-Stellvertreter in Gstadt. Hier seien die Eisenbahnkreuzungen über die LB31 noch immer nicht entfernt worden, was die Verkehrssicherheit stark beeinträchtige, da sie in einem sehr schlechten Zustand seien.

„Die Gleise gehören raus“, so Schagerl und sieht Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer am Zug. „Von Waidhofner Seite wird da zu wenig Druck gemacht. Der Bürgermeister ist hier gefordert.“

Zustand für Schagerl „nicht tragbar“

Das endgültige Aus für die von den Eisenbahnfreunden geforderte Museumsbahn nach Ybbsitz, sieht Schagerl dadurch nicht. „Vor zwei, drei Jahren ist das sowieso nicht realistisch. Bis dahin kann man diesen Zustand aber auf keinen Fall aufrechterhalten. Das ist nicht tragbar.“

Die Eisenbahnkreuzungen in Gstadt sind St. Georgen/Reiths Bürgermeister Helmut Schagerl ein Dorn im Auge. Der Waidhofner Stadtchef solle sich für die Entfernung der Gleise stark machen, fordert er.