Zweithöchstes Amt im Staat für Sobotka. Wolfgang Sobotka (61) ist in der neuen türkis-blauen Bundesregierung nicht mehr vertreten. Er wird Nationalratspräsident.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 20. Dezember 2017 (05:01)
NÖN
Mit Wolfgang Sobotka übernimmt ein Waidhofner das nach dem Bundespräsidenten zweithöchste Amt in der Republik Österreich.

Zuletzt war er als Bildungsminister im Gespräch, seit Samstag steht aber fest: Der ehemalige Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) ist in der türkis-blauen Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz nicht mehr vertreten.

„Um Jobs geht es in der Politik nicht“, zeigte Sobotka nach dem ÖVP-Vorstand am Samstag gegenüber der APA kein Bedauern, sein Amt als Innenminister an den Freiheitlichen Herbert Kickl abgeben zu müssen. Für seinen Nachfolger hatte er nur lobende Worte übrig: „Ich kenne Kickl von einigen Begegnungen und halte ihn für einen sehr gescheiten und wohlüberlegten Menschen.“

1989 als ÖVP-Gemeinderat begonnen

Die neue Regierung wurde am Montag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg angelobt. Sobotka wird mit dem zweithöchsten Amt im Staate bedacht: Er wird Nationalratspräsident. „Ich freue mich auf neue Aufgaben“, sagte er.

Seine politische Tätigkeit begann der 61-jährige Waidhofner 1982 in seiner Heimatstadt als ÖVP-Gemeinderat. 1989 wurde er Stadtparteiobmann und 1992 Finanzstadtrat sowie ÖVP-Fraktionsobmann.

Vier Jahre später übernahm der AHS-Pädagoge und vormalige Stadtarchivar das Bürgermeisteramt in Waidhofen, allerdings nur für zwei Jahre, da ihn Landeshauptmann Erwin Pröll 1998 in seine Landesregierung nach St. Pölten holte. Sobotka wurde Finanzlandesrat.

Nationalratspräsident mit musischer Ader

Zwischen 2009 und 2016 war Sobotka Landeshauptmann-Stellvertreter. Seit 2011 ist er Landesobmann des NÖAAB. Im April 2016 wurde er schließlich Innenminister und seit November 2017 ist er zusätzlich Abgeordneter zum Nationalrat.

Die große Leidenschaft des neuen Nationalratspräsidenten gilt der Musik. Neben seinem Geschichtsstudium an der Universität Wien studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien auch Violoncello und Musikpädagogik sowie Dirigieren am Brucknerkonservatorium in Linz.

Neben seiner Tätigkeit als Geschichte- und Musiklehrer am BRG Waidhofen war Sobotka von 1988 bis 1999 auch Leiter der Musikschule in Waidhofen. Den Dirigentenstab schwingt er bis heute beim Waidhofner Kammerorchester.

Im Jahr 2014 wurde Sobotka zum Ehrenbürger der Stadt Waidhofen ernannt. Mit seiner verstorbenen ersten Frau hat Sobotka vier Kinder, mit seiner zweiten noch einmal zwei. Dazu kommen zwei angeheiratete Stiefkinder.