Ybbstalradweg ab 2016. 52,6 Kilometer sollen Radler in gut zwei Jahren auf einem durchgehenden Radwegband fahren können. Brücken und beleuchteter Tunnel werden eingebunden.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 08. April 2014 (23:59)

YBBSTAL / „In zwei bis zweieinhalb Jahren soll der Ybbstalradweg befahrbar sein“, schätzt der Obmann des Radwegverbandes, Bürgermeister Martin Ploderer. Ein großer Schritt dazu sei mit der Bauverhandlung, die kürzlich in Ybbsitz stattgefunden hat, getätigt worden. Die Einsprüche, die dabei gemacht wurden, seien „nicht besonders aufregend“, so Ploderer.

„Das bisschen Erhaltung werden wir ohne Weiteres schaffen.“

Ab 2016 soll der 52,6 Kilometer lange Radweg Lunz am See mit Waidhofen verbinden. In Lunz sind es lediglich rund 700 Meter zwischen dem Lunzer See und dem bestehenden Radweg, die neu errichtet werden. Der bestehende Radweg zwischen Lunz und Göstling wird saniert. Zwischen Gstadt und Göstling wird der Ybbstalradweg dann auf Teilen der ehemaligen Bahntrasse geführt. Aus Kostengründen sei dies nicht durchgehend der Fall, sagt Ploderer. Bestehende Straßen und Wege werden mit eingebunden. Insgesamt verläuft der Radweg rund 26 Kilometer auf der ehemaligen Bahntrasse. Für seine Erhaltung sind die Gemeinden zuständig. „Das bisschen Erhaltung werden wir aber ohne Weiteres schaffen“, ist sich Ploderer sicher.

Radwegverbands-Obmann-Stellvertreter, Bürgermeister Helmut Schagerl, erwartet die ersten Baubescheide für den Radweg in den nächsten Monaten. Bereits Mitte/Ende August soll in den Bereichen Lunz, Göstling und St. Georgen/Reith mit den Bauarbeiten begonnen werden. Insgesamt sind es elf Bauabschnitte, in denen der Ybbstalradweg realisiert wird. Wie die NÖN berichtete, wurde der Bauabschnitt Zwei jedoch zurückgezogen. Davon wäre die denkmalgeschützte Ybbsbrücke in Gstadt betroffen gewesen. Da den Bahnfreunden seitens des Radwegverbandes zuletzt aber das Trassenband zwischen Gstadt und Ybbsitz für eine etwaige Nostalgie- oder Tourismusbahn angeboten worden ist, wird die Brücke vorerst weiterhin eine Eisenbahnbrücke bleiben.

Radweg zwischen April und November geöffnet

Der Radweg wird auf einer Breite von 2,5 Metern verlaufen, an Engstellen werden 1,30 Meter hohe Absturzsicherungen errichtet. „In die bestehenden Brücken soll geringstmöglich eingegriffen werden“, sagt Planer Alois Graf vom Hollensteiner Ziviltechnikbüro Steinbacher + Graf.

In Gstadt wird der Ybbstalradweg an den bestehenden Radweg zwischen Waidhofen und Ybbsitz angebunden. Von hier geht es auf bestehenden Güterwegen neben der Bahntrasse bis Gaissulz und weiter auf und neben der Bahntrasse durch das Ofenloch bis Opponitz. Im Ofenloch seien die umfangreichsten Sicherungsmaßnahmen nötig, sagt Graf, auch Sprengungen werde es hier geben. Forstliche Vorarbeiten wurden bereits durchgeführt. Vom Bahnhof Opponitz aus erfolgt eine Anbindung an das Ortszentrum.

Über die Ybbsbrücke und den Tunnel geht es dann auf der Bahntrasse weiter nach Seeburg, wobei der Tunnel beleuchtet werden soll. Es folgt ein Stück Radweg auf einem bestehenden Güterweg, bevor es dann wieder auf der Bahntrasse nach Kleinhollenstein geht. Von dort führt der Radweg auf dem bestehenden Weg nach Hollenstein. Auch hier erfolgt eine Anbindung an das Ortszentrum. Von Hollenstein geht es wieder großteils auf der Bahntrasse bis St. Georgen/Reith – wiederum mit Anbindung an das Ortszentrum. Von St. Georgen/Reith bis Kogelsbach werden bestehende Güterwege befahren. Nach der Anbindung an das Ortszentrum von Kogelsbach geht es auf der Bahntrasse weiter bis Göstling.

Im Winter soll der Ybbstalradweg gesperrt werden. Das Radfahren wird nur zwischen April und November möglich sein.