Konzept: In Balance“ am Radweg. Unter dem Titel „Zeit für s’ich“ sollen am Ybbstalradweg die Themen Entspannung und Naturerlebnis touristisch in den Mittelpunkt gerückt werden.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 22. September 2014 (12:24)
NOEN, Eisenstraße
Präsentierten das Inszenierungskonzept für den Ybbstalradweg: Ernst Miglbauer, Bürgermeister Helmut Schagerl, Nationalrat Andreas Hanger, Bürgermeister Martin Ploderer, Josef Lueger und Anita Eybl.
Gut gefüllt präsentierte sich der Saal des Opponitzer Gasthauses Bruckwirt am Montag vergangener Woche bei der Abschlusspräsentation des touristischen Inszenierungskonzeptes für den Ybbstalradweg. Erarbeitet wurde dieses von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Anita Eybl (Kulturpark Eisenstraße), Josef Lueger (Agentur josef) und Radwegexperten Ernst Miglbauer.

Entspannung und Naturerkundung als zentrale Themen

Inputs dafür wurden im April bei einer sogenannten „Radwerkstatt“ in St. Georgen/Reith von der Bevölkerung und den Tourismusbetrieben der Region eingeholt. Umgesetzt wurde das Projekt über das LEADER-Förderprogramm der EU, als Projektträger und -partner agierten die Mostviertel Tourismus GmbH und der Kulturpark Eisenstraße.

Aufgabe sei es gewesen, in Abstimmung mit den regionalen Leistungsträgern ein touristisches Entwicklungskonzept zu erstellen, das eine Wertschöpfung generiert, so Lueger. Das Ergebnis firmiert nun unter dem Titel „Zeit für s’ich“.

Die Themen Entspannung und Naturerkundung seien dabei zentral, sagt Eybl. Passend zum Radweg gehe es darum, in Balance zu sein. Zwei wesentliche Qualitätskriterien seien für die Beliebtheit eines Radwegs entscheidend, führt Radwegexperte Miglbauer aus. Zum einen müsse ein Radweg möglichst weit weg vom motorisierten Verkehr verlaufen, zum anderen sei die Routenführung entscheidend. In beiden Fällen könne der Ybbstalradweg punkten.

„Wir brauchen nichts erfinden, eigentlich ist alles da“

Ein großer Vorteil sei auch die sanfte Steigung, die sich daraus ergebe, dass der Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt werde, ergänzt Lueger. Für das naturnahe Erlebnis empfehlen die drei Experten verschiedenste Ausstattungselemente und Verweilplätze (siehe unten). In Absprache mit den Gemeinden werden diese Plätze in den nächsten Wochen überprüft.

„Wir brauchen nichts erfinden, eigentlich ist alles da“, sagt Lueger. „Wir wollen jedoch helfen, wie das Vorhandene am besten bespielt werden kann.“ Um ein stimmiges Bild zu erzeugen, empfehlen die Experten, alles aus einer Planerhand entwickeln zu lassen.

Für den ehemaligen Bahnhof Kogelsbach, in dem ein Gastronomiebetrieb eingerichtet werden soll ( die NÖN berichtete ), könnte die Vermittlung von Bahngeschichte erfolgen, wird weiters angeregt. In Opponitz würde die Installierung eines Strandbads unter Einbindung des Gasthauses Bruckwirt Sinn machen.

Auch touristische Packages für eine Kombination aus Radfahren und Paddeln, Radfahrkurse mit mobilen Radfahrschulen oder geführte Radgruppenfahrten für die Generation 50plus werden angedacht.

Wirkung der Natur selbst statt aufgesetzter Inszenierung

Was das Qualitätsmanagement betrifft, so solle die Radlobby Waidhofen eingebunden werden. Weiters sollen Busse installiert werden, die es ermöglichen, Räder durch das Ybbstal zu transportieren.

„Ein Infrastrukturband alleine ist zu wenig“, so Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger. „Es bedarf einer touristischen Inszenierung.“ Grundsätzlich wolle man aber keine aufgesetzte Inszenierung mit irgendwelchen Erlebnisattraktionen, sondern einfach die wunderbare Natur selbst wirken lassen und sowohl Einheimische als auch Gäste für diese sensibilisieren.

Was die Finanzierung der Inszenierung betrifft, so tragen die Gemeinden die Verantwortung, so Hanger weiter, man werde aber natürlich Fördermöglichkeiten prüfen.


Empfohlene Ausstattungselemente und Aufenthaltsplätze

  • Orientierungshilfen: Sollen Einstiegspunkte in den Radweg sowie Aufenthalts- und Badeplätze sichtbar machen sowie eine Routenübersicht bieten.

  • Wildbadeplätze: Die Ybbs bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, baden zu gehen. Bestimmte Stellen sollen, nach Absprache mit den Besitzern angrenzender Grundstücke, dabei extra gekennzeichnet werden.

  • Grillplätze: Sollen an einigen Punkten eingerichtet werden. Dabei soll es die Möglichkeit geben, bereits im Vorfeld Grillpackages (Grillkohle und Grillgut) zu bestellen.

  • Rastplätze: Mit geschwungenen Sitzelementen, auf denen mehrere Personen Platz nehmen können, und versperrbaren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

  • Naschplätze: Rastplätze, bei denen man Früchte pflücken oder Gemüse ernten kann.

  • Wetterstadel: Unterstellmöglichkeit für mehrere Personen samt Rädern im Falle eines Unwetters oder Regenschauers entlang der Trasse.

  • Eiserne Garderobe: Zum Trocknen der Badesachen, kann in jeder Gemeinde anders ausschauen.

  • Schienenfahrrad: Zum Mieten auf der Strecke zwischen Lunz/See und Göstling, da hier auf den vorhandenen Schienen mehrheitlich kein Zug fährt.

  • Erfrischungsquelle: Betreute Entnahmestelle von Getränken (Mostbrunnen), auch als Möglichkeit für Direktvermarkter.

  • Stoamandl-Garten: Aufgetürmte Ybbssteine als optischer Blickfang.