Waidhofen an der Ybbs beschließt Klimamanifest. Waidhofen möchte bis zum Jahr 2040 CO2-neutral werden. Bevölkerung soll bei Maßnahmenplan aktiv mithelfen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:58)
Koordinator Thomas Fleischanderl, Stadtrat Fritz Hintsteiner, Stadtrat Martin Dowalil, Bürgermeister Werner Krammer, Stadtrat Erich Leonhartsberger und Stadtrat Franz Sommer (v.l.) mit dem Manifest.
Magistrat

Einstimmig beschloss der Gemeinderat am Montag dieser Woche ein Klimamanifest. Das oberste Ziel, das darin festgehalten ist, lautet, die Stadt Waidhofen bis zum Jahr 2040 CO2-neutral zu machen. Bei einem Workshop, an dem Vertreter aus Politik und Verwaltung teilnahmen, wurden 14 Handlungsbereiche festgelegt.

Die Stadt habe bereits umweltpolitische Akzente in den verschiedensten Bereichen gesetzt, hielt Bürgermeister Werner Krammer (WVP) fest und verwies auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, das Kraftwerk Stadtwehr oder den derzeitigen Ausbau des Radwegnetzes.

Nichtsdestotrotz dürfe man sich jetzt nicht auf die Schulter klopfen, sondern gelte es, nun weiter zu arbeiten. „Klimaschutz geht uns alle an“, stellte Umweltstadtrat Fritz Hintsteiner (WVP) fest. Klimaschutz bedeute auch keinen Verzicht, sondern einen Gewinn an Lebensqualität.

Plankenbichler: Ungewohntes Lob, aber Forsteralm-Kritik

Um das manifestierte Klimaziel zu erreichen, hat die Stadt sogenannte „Lokführer“ in den Handlungsfeldern Verkehrsin frastruktur, Biodiversität und Naturschutz, Raumordnung, Energie, urbane Räume sowie Wirtschaft und Tourismus festgelegt. Diese sollen nun unter der Federführung von Koordinator Thomas Fleischanderl drei Hauptprojekte vorantreiben. Dazu soll es regelmäßige Treffen geben, bei denen auch die Bevölkerung eingeladen ist, ihre Ideen einzubringen. So soll letztlich ein Maßnahmenplan für den Klimaschutz entstehen.

Von dem Vorhaben angetan, zeigten sich alle Gemeinderatsfraktionen. „Das Klimamanifest macht Sinn, es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, meinte SPÖ-Stadtrat Erich Leonhartsberger. Man dürfe sich auf bereits Erreichtem nicht ausrasten, merkte FUFU-Stadtrat Martin Dowalil an und regte an, vor der Schaffung von neuem Wohnraum erst zu erheben, für wen überhaupt welcher Wohnraum benötigt werde.

Ungewohntes Lob für den Stadtchef kam von Grünen-Mandatar Matthias Plankenbichler, der jedoch das Engagement der Stadt für die Forsteralm bekrittelte. „Ein Skigebiet ist nicht umweltfreundlich“, sagte er. SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr wiederum appellierte daran, beim Klimaschutz auch den sozialen Aspekt zu berücksichtigen.

„Ich freue mich über die breite Zustimmung“, sagte Stadtchef Krammer. Bei allen Maßnahmen gelte es jedoch abzuwägen. „Ich hoffe, dass wir so ein Ganzes schaffen, das mehr ist als die Summe der Einzelmeinungen.“

Abrufbar ist das Klimamanifest unter www.waidhofen.at.

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