Sparkassen-Filiale in Rosenau schließt. Bankstelle wandert nach Kematen. Gemeinde verweist auf bestehenden Vertrag.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 16. September 2020 (04:32)
Die Sparkasse-Filiale in Rosenau wandert nach Kematen. Seitens der Gemeinde kann man diese Zusammenlegung nicht nachvollziehen. Man verweist auf einen Verschmelzungsvertrag aus 1997.
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Mit 24. September soll die Filiale der Sparkasse NÖ Mitte West AG in Rosenau geschlossen werden. Darüber wurden die Gemeinde Sonntagberg sowie die Kunden Ende August informiert. Seitens der Gemeinde kann man diese Entscheidung nicht verstehen. „Es handelt sich um eine gut frequentierte Geschäftsstelle, die eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ältere Kunden ist“, sagt Bürgermeister Thomas Raidl. Der Ortschef verweist zudem auf den Verschmelzungsvertrag mit der damaligen Sparkasse St. Pölten aus dem Jahr 1997. Darin sei eindeutig festgelegt, dass die Sparkasse mit Standort in Waidhofen und ihre genau definierten Filialen, wozu auch jene in Rosenau gehöre, auch in Zukunft bestehen bleiben müssen, hält Raidl fest.

In mehreren Gesprächen mit dem Vorstand der Sparkasse habe man versucht, auf diese Situation aufmerksam zu machen und eine gemeinsame Lösung für die Geschäftsstelle in Rosenau zu finden, leider habe es aber seitens des Sparkassenvorstandes kein Entgegenkommen gegeben, berichtet der Bürgermeister. „Für uns stellt sich somit die Frage: Was sind Vereinbarungen für die Sparkasse eigentlich wert?“

Die Filiale in Rosenau werde in Kematen mit der dortigen Filiale zusammengelegt, sagt der Vorstandsdirektor der Sparkasse Mitte West AG, Helge Haslinger. „Wir haben in Kematen eine neue moderne Bankfiliale errichtet. Dort werden den Kunden ab 25. September dieselben Betreuer wie bisher zur Verfügung stehen. Die neue Filiale ist drei Kilometer von Rosenau weg.“

Zur Zusammenlegung der beiden Filialen habe man sich entschlossen, weil die Kunden, die eine Bankfiliale aufsuchen, in den letzten Jahren durch die Digitalisierung immer weniger geworden seien, sagt Haslinger. Diese Entwicklung sei zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verschmelzungsvertrages nicht absehbar gewesen. „Wir wollen aber weiterhin eine starke Bank in der Region sein“, sagt Haslinger. „Dazu bekennen wir uns.“