Hatte Zwettler die nächste große Milliardenidee?. Das digitale Pfandhaus des Zwettlers Thomas Mang hat Potenzial. Er präsentierte das Konzept im Fernsehen vor einer Jury.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 01. Mai 2021 (05:11)
Thomas Mang und Patrick Scheucher pitchten „Cashy“ in der Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen“.
PULS4/Gerry Frank, PULS4/Gerry Frank

In der heutigen Welt eine innovative Idee zu haben, ist nicht leicht. Wenn dann mal der Gedankenblitz kommt und der auch noch von Erfolg gekrönt ist, umso schöner. So ergeht es gerade dem Zwettler Thomas Mang. Die große Idee kam zwar nicht direkt von ihm, aber mit seinem noch jungen Unternehmen „Cashy“ liegt er stark im Aufwärtstrend. Erst kürzlich präsentierte er das innovative Konzept bei der Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen.“

Aber was ist „Cashy“ überhaupt? Grundlegend kann man das Unternehmen als ein digitales Pfandhaus bezeichnen. Wertgegendstände können gegen einen Pfandkredit getauscht oder gleich verkauft werden. Der große Clou daran: „Cashy“ funktioniert fast ausschließlich übers Internet. Per Handy oder PC gibt man den zu verpfändenden Artikel und dessen Zustand bequem von zu Hause an. Das System bewertet den Gegenstand komplett autonom und gibt einen Preisvorschlag.

„Dieser ganze digitale Aspekt ist unser größter Pluspunkt. In Europa sind wir damit einzigartig. Rund 40.000 verschiedene Produkte kann das System selbstständig bewerten“, erklärt Thomas Mang. Am Ende müsse natürlich von Menschenhand überprüft werden, ob die Kundenangaben auch wirklich dem tatsächlichen Zustand entsprechen. „Wenn da alles passt, wird der vom System generierte Preis aber garantiert ausbezahlt, und wir verkaufen das Produkt mit unseren Partnern weiter.“ Nicht gelistete Produkte werden auf Anfrage persönlich bewertet.

Kein Handy soll in der Lade verstauben

Das Hauptgeschäft macht das Unternehmen dabei mit Elektronik, an vorderster Front Handys. „Das Smartphone ist heutzutage das teuerste Produkt, das man so bei sich trägt. Wenn man jetzt ein Neues kauft, will niemand das Alte verstauben lassen, wenn noch Geld damit zu machen ist.“

Dabei sei der Verkauf über Portale wie „Willhaben“ für viele Menschen zu mühsam. „Wir bieten mit Cashy die Möglichkeit, seine Wertgegenstände schnell und komfortabel wieder zu Geld zu machen.“ Mit dem Transparenten System wollen Thomas Mang und seine beiden Mitgründer Florian Sulzer und Patrick Scheucher das verstaubte Image der Pfandleihe ins Hier und Jetzt holen.

Von Letzterem kam auch der grundlegende Geistesblitz. Thomas Mang kam erst etwas später ins Spiel. „Die beiden waren Kunden bei meiner damaligen Werbeagentur und haben mich gefragt, ob ich nicht miteinsteigen will. Es war eine glückliche Fügung“, erzählt er. In Zwettl kennt man Mang wahrscheinlich am ehesten von der Disco „Revolution“, die er jahrelang führte.

Mit „Cashy“ ging es auch für ihn in gewagtes Neuland. Die Zahlen sprechen aber für sich. Seit der Gründung vor anderthalb Jahren wurden bis dato rund 16.000 Deals abgeschlossen und mehr als 6,5 Millionen Euro ausbezahlt. „Für so ein junges Unternehmen konnten wir dadurch schon einige Millionen Euro an Umsatz generieren. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um sich um eine Expansion umzusehen“, erklärt Mang.

Genau da kam ein Fernsehauftritt wie gelegen. Bei „2 Minuten 2 Millionen“ suchten die „Cashy“-Gründer Investoren für ihre Pläne. Nebenbei ist ein Fernsehauftritt natürlich auch hervorragende Werbung. In der Show muss die Geschäftsidee in nur zwei Minuten vor mehreren Investoren gepitcht werden, um diese von einer Beteiligung am Unternehmen zu überzeugen. „Es war sehr abenteuerlich. Wir machen so etwas auch nicht jeden Tag und waren dementsprechend nervös“, erzählt Mang. Eine ganze Woche habe man für den großen Moment geprobt.

Am Ende winkten 300.000 Euro

Am Ende durften sie sich aber über eine Investition von 300.000 Euro von Alexander Schütz und Leo Hillinger für eine Beteiligung von fünf Prozent freuen. „Es war zwar nicht ganz unsere Wunschsumme, aber nah dran. Wir wussten eh, dass da eventuell noch nachverhandelt wird.“ Die weiteren Pläne stehen bislang noch nicht. International würden sich aber so langsam Türen auftun.

So seien in Zukunft auch die Schwellenmärkte, wie etwa China, interessant. Auch Deutschland oder die iberische Halbinsel wären aktuell Thema. „Das ist natürlich spannend, weil man vorher auch immer das Rechtliche klären muss. Jedes Land hat bei Pfandgeschäften andere Gesetze. In Italien bräuchten wir beispielsweise eine eigene Banklizenz, was es gleich viel schwieriger macht.“ Die ersten Schritte sind jedenfalls gesetzt und seit dem Fernsehauftritt ist „Cashy“ zumindest in Österreich sowieso schon in aller Munde.