Bezirk Zwettl: Ruf nach Tests wird immer lauter

Wunsch nach flächendeckenderem Testangebot zur Umsetzung der Regeln.

Erstellt am 10. November 2021 | 05:31
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Am Hartl Haus-Gelände kommt am 26. November der Impfbus. Im Bild: Tanja Hahn, Covid-19-Beauftragter Andreas Nichtawitz und Betriebsrat Stefan Schützenhofer.
Foto: Hartl Haus

Seit eineinhalb Wochen gilt die 3G-Regelung am Arbeitsplatz, in wenigen Tagen gilt nur mehr eine Genesung, Impfung oder ein negativer PCR-Test als Nachweis. Wie steht man im Bezirk Zwettl dazu?

Da sich die Regeln wieder einmal sehr schnell ändern, herrsche viel Verunsicherung bei Arbeitgebern und -nehmern, meint Arbeiterkammer -Bezirksstellenleiter Jürgen Binder: „Bei uns gehen die Telefone über.“ Er kritisiert zudem das mangelnde Testangebot. „Wenn ich eine 3G-Regel will, ist auch ein flächendeckendes Testangebot notwendig“, betont Binder. Eine generelle Impfpflicht will er nämlich nicht: „Dass die Impfungen fortschreiten, ist gut, aber jeder soll für seinen Gesundheitszustand selbst entscheiden können, ob er sich impfen lässt.“

Bei Waldland gibt es bereits eine betriebliche Teststraße, derzeit mit Antigentests. „Wir sind damit gut gefahren, und wollen das den Mitarbeitern auch weiterhin anbieten“, meint Geschäftsführer Gerhard Zinner. Man arbeite zudem daran, die Teststraße auf PCR-Tests umzustellen. Dazu Infos zu bekommen, sei jedoch mühsam. „Man hängt lange in der Warteschleife“, sagt Zinner. Er hofft aber, dass die Teststraße nach dem 15. November umgestellt werden kann.

Regelmäßige Tests schon lange selbstverständlich

„Für uns ist das nichts Neues“, meint der Betriebsrat der Waldviertler Kliniken Reinhard Waldhör zur eingeführten 3G- Regelung am Arbeitsplatz. Beim Personal der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gebe es einen hohen Anteil an Geimpften. Ganz generell sieht er den Bedarf nach engmaschigeren Testungen. Jede zusätzliche Infektion könne eine Belastung darstellen für die Mitarbeiter, die bereits am Limit arbeiten. Waldhör erwähnt dabei: „Von den Symptomatischen, die in den Kliniken behandelt werden, sind die meisten ungeimpft.“

Auch bei Sonnentor ist regelmäßiges Testen seit Monaten selbstverständlich. „Für Sonnentor steht die Gesundheit aller Mitarbeitenden an oberster Stelle. Deshalb evaluiert unser Krisen-Team die Lage auch laufend neu“, heißt es von der Firma. Seit kurzem können alle, die möchten, einmal wöchentlich, sogar direkt im Haus, einen entsprechenden PCR-Test machen. Dieses Angebot werde auch von bereits mehrfach geimpften Personen gern angenommen. Um sicherzustellen, dass die aktuellen Regelungen auch tatsächlich von allen Mitarbeitenden eingehalten werden, werden während der Arbeitszeit stichprobenartige Kontrollen durchgeführt.

„3G am Arbeitsplatz bedeutet bei einem Stand von 320 Mitarbeitern eine große Herausforderung“, berichtet Hartl Haus-Direktor Yves Suter. Die 3G-Nachweise der Mitarbeiter werden stichprobenartig kontrolliert. „In der Praxis bedeutet dies, dass unser Covid-19-Beauftragter Andreas Nichtawitz im Werk unterwegs ist und den 3G-Nachweis laufend kontrollieren muss. Ein nicht unerheblicher Aufwand, der einiges an Organisation und Zeit braucht“, meint Suter. In der Übergangsphase bis 14. November ist die Konsequenz für einen Mitarbeiter, der keinen Nachweis erbringen kann, die FFP2-Maskenpflicht. Dies habe man aber noch nicht einfordern müssen, da in der letzten Woche noch eine sofortige Selbsttestung möglich war. Suter hofft auf flächendeckende Möglichkeiten zur PCR-Testung, insbesondere wenn es zu 3G mit PCR-Testung kommt. Denn nach der Übergangsphase drohen Verwaltungsstrafen von bis zu 3.600 Euro für Unternehmen und 500 Euro für Mitarbeiter.

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