50 Jahre Großgemeinde Zwettl und ein Seeungeheuer. Ein neuer Bildband von Elisabeth und Friedel Moll anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Großgemeinde Zwettl" bebildert die lebhafte Stadtgeschichte und bietet auch Platz für skurrile Geschichten. Erhältlich ist das Buch ab sofort für 49,90 Euro.

Von Markus Füxl. Erstellt am 29. April 2021 (17:57)
Das neue Buch "Zwettl. Mittelpunkt des Waldviertels" anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Großgemeinde Zwettl wurde in kleinem Rahmen den Medien vorgestellt. Im Bild: Altbürgermeister Herbert Prinz, Stadtarchivarin Elisabeth Moll, Bürgermeister Franz Mold, Historiker Friedel Moll, Gemeindemitarbeiter Michael Fraberger, Vizebürgermeisterin Andrea Wiesmüller und Franz Schaffer vom Brandstätter-Verlag.
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Dass Zwettl der Mittelpunkt des Waldviertels ist, beweist ein neues, gleichnamiges Buch: Die beiden Archivare Elisabeth und Friedel Moll veröffentlichten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Großgemeinde Zwettl einen eindrucksvollen Bildband, der die Geschichte der Stadt über mehrere Jahrzehnte spannend aufbereitet erzählt.

Der Startschuss für die Arbeiten an dem Buch fiel bereits 2017. Verantwortlich dafür zeichnete der damalige Bürgermeister Herbert Prinz. Er wollte eine Fortsetzung, nachdem bereits 1980 und 1982 zwei Bände über die Kuenringerstadt sowie die Katastralgemeinden erschienen waren. Der aktuelle Bildband sei deshalb „das richtige, zeitgemäße Instrument, unsere Gemeinde den Bürgern vorzustellen“, erklärte er bei der Buchpräsentation: „Für mich war klar, dass es eine Erfolgsgeschichte wird, kennen doch Elisabeth und Friedel Moll die Stadtgeschichte wie niemand sonst“, sagte Prinz.

Vizebürgermeister Andrea Wiesmüller sprach von drei Botschaften, die das Buch vermittelt: Den Erfolg von 50 Jahren Großgemeinde, das Miteinander von Stadt und Land sowie die Menschen in der Gemeinde.

Sieben Kapitel zwischen Damals und Heute

Die beiden Archivare trugen in liebevoller Kleinstarbeit spannende Fakten über die Stadt zusammen. Dabei wird einerseits auf das Zustandekommen der Großgemeinde Zwettl eingegangen (1971 gaben 14 ehemals selbstständige Gemeinen ihre Selbstständigkeit auf, die NÖN hat vor berichtet), andererseits werden auch die weiteren Entwicklungen in den vergangenen 50 Jahren aufgezeigt.

Diese Stadtgeschichte ist auf 208 Seiten in sieben Kapiteln unterteilt: Wertvolle Geschichte, Stift Zwettl, Zwettler Leitbetriebe, das Werden einer Großgemeinde, das Leben in der Großgemeinde, genussvolle Auszeit und Merkwürdiges in Zwettl. „Wir setzten uns die Vorgabe, alte Bilder und Modernes zu verbinden“, erklärte Stadtarchivarin Elisabeth Moll.

"Meilenstein und Sternstunde"

Für ihre Recherchen stattete sie mit ihrem Vater und Vorgänger Friedel Moll allen Ortsvorstehern einen Besuch ab: „Dabei konnten wir den Flair von damals einfangen und das, was die Leute damals bewegt hat“, erklärten die beiden. Das Ergebnis ist ein „Meilenstein und eine Sternstunde im kulturellen Leben unserer Stadt“, erklärte Friedel Moll. Gemeinsam mit den Ratsprotokollen der Stadt und in Gesprächen mit Zeitzeugen zeichnen die Autoren ein lebhaftes Bild über das Leben in der heute viertgrößten Stadtgemeinde Österreichs: „Wir konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen“, sagte Elisabeth Moll. Dass es dabei mitunter auch turbulent zuging, beweisen vor allem die Diskussionen vor den Gemeindezusammenlegungen: „Da gab es heiße Diskussionen, es war keinesfalls eine ‚gmahde Wiesn‘“, sagte Moll.

Bei der Buchpräsentation wurde auch die neue Servicebroschüre der Stadtgemeinde vorgestellt.
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Von Ungeheuern im Stausee und dem Krieg der Kinos

Die NÖN wollte von den beiden Autoren wissen, was Zwettl als Zentrum im Waldviertel besonders macht: „Wir haben wahnsinnig viele Friseure und Maler“, sagte Elisabeth Moll lachend – im Buch nimmt sie aber Bezug auf andere Leitbetriebe. So wird beispielsweise der Weg von der „Stiegenbrauerei“ zur Privatbrauerei Zwettler nachgezeichnet und die Entwicklung des dörflichen Greißlerladens zum Großhandelsunternehmen der Kastner Gruppe beleuchtet. Auch skurrilere Geschichten finden ihren Platz, etwa die Gerüchte über ein Ungeheuer im Stausee, ein „Kinokrieg“ und was es mit dem Kältepol Zwettl auf sich hat.

Dass sich in den vergangenen 50 Jahren viel in Zwettl getan hat, erklärte auch Altbürgermeister Herbert Prinz: „Ein Jahrhundertprojekt war sicher die Umfahrung Zwettl.“ Bürgermeister Franz Mold hob den Krankenhausneubau am Propsteiberg hervor. Er bezeichnete den neuen Bildband als „ersten Höhepunkt im Jubiläumsjahr 2021“. So ist eine Sonderausstellung zum Thema „50 Jahre Großgemeinde“ ab dem 29. Mai im Alten Rathaus geplant. Ein dazu passender Zeichen- und Aufsatzwettbewerb in den Schulen soll mit einer Preisverleihung am 18. Juni ihren Abschluss finden. Ein Festumzug ist für September geplant.

Bald mehr Infos über Stadtmauer

Heuer soll außerdem der 20. Band der Zwettler Zeitzeichen über die Stadtmauer erscheinen. Aktuell arbeiten Historiker die Stadtgeschichte weiter auf, ab 2022 steht das Thema „Zwettl im Mittelalter“ an.

Der umfangreiche Bildband ist für 49.90 Euro bereits erhältlich.
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Dass die Historiker in Zwettl auf ein gut gefülltes Archiv zurückgreifen können, unterstrich auch Franz Schaffer vom Brandstätter Verlag, bei dem der Bildband erschienen ist. Der Bildband ist bereits in der Zwettl-Info am Sparkassenplatz, im Bürgerbüro des Stadtamtes um 49,90 Euro sowie in der Buchhandlung Grohmann erhältlich. Darüber hinaus können Exemplare direkt bei den Ortsvorstehern bestellt werden. Das erste Buch erhielt Altbürgermeister Herbert Prinz von seinem Nachfolger, Franz Mold überreicht.

Neue Servicebroschüre bietet Infos auf einen Blick

Im Anschluss präsentierte Michael Fraberger die neue Servicebroschüre der Stadtgemeinde. Sie dient als Nachschlagewerk und Bindeglied zwischen Bürgern und Gemeinde und soll eine Kontaktaufnahme mit den Dienststellen erleichtern. Er dankte auch den heimischen Firmen, die mit ihrem Inserat erst das Entstehen diese Broschüre ermöglicht haben.

Mehr zum Jubiläumsband und exklusive Leseproben finden Sie ab kommendem Mittwoch in der Printausgabe und im e-Paper der Zwettler NÖN.