Bezirk Zwettl: Urologe kommt, Frauenarzt nicht

Eduard Buhut übernimmt ab Februar als Urologe in Zwettl, Frauenarzt-Stelle muss wieder ausgeschrieben werden.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:45
Arzt Symbolbild
Foto: Fotoart by Tommy Weiss_pixelio.de

Seit Juli kein Urologe und kein Frauenarzt – nur zwei Kassenstellen sind derzeit in Zwettl unbesetzt. Das Fehlen der beiden Fachärzte auf Kasse ruft aber immer mehr Beschwerden hervor, die auch die NÖN erreichen. Nicht jeder könne sich leisten, einen Wahlarzt aufzusuchen, so der Tenor.

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Zwettls Bürgermeister Franz Mold: „Um Nachfolgelösung bemüht.“
Foto Archiv

„Wir sind bemüht, Nachfolgelösungen zu finden. Besonders Gesundheitsstadtrat Manfred Weissinger ist sehr dahinter“, sagt Bürgermeister Franz Mold. „Bei der Urologie-Stelle ist es zum Glück schnell gelungen.“

Für die Urologen-Kassenstelle ist nämlich eine Lösung in Sicht. Nach dem schnellen Abschied von Farsin Karimian nach nur wenigen Monaten aus privaten Gründen übernimmt der Kremser Eduard-Dorel Buhut. „Mein Plan ist es, mit Februar meine Ordination in Betrieb zu nehmen“, meint der bald 53-Jährige, der von 2013 bis 2017 an der Urologie am Landesklinikum Waidhofen tätig war. Seither arbeitet er am Universitätsklinikum Krems, das er im Februar in Richtung Zwettl verlassen wird.

Urologe kommt, Frauenarzt nicht Eduard-Dorel Buhut
Eduard-Dorel Buhut
privat

Der Facharzt schloss sein Studium 1996 in Bukarest ab, arbeitete danach in Rumänien, Deutschland und Frankreich. Im März 2013 kam er nach Österreich. „Eine eigene Praxis zu führen, ist eigentlich mein Plan B, der jetzt umgesetzt wird. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung. Mit einem zweiten Arzt wollte ich das schon im Vorjahr machen. Jetzt setze ich diesen Plan alleine um“, erklärt Buhut.

In Zwettl will er seinen Patienten alle Untersuchungen und Maßnahmen aus dem Bereich der Urologie anbieten – vom Ultraschall über die Nachsorge nach Operationen bis zur Andrologie, einem Fachbereich für spezifische Probleme des Mannes.

Gyn-Stelle offen, Praktiker für Gerungs in Sicht

Weiter problematisch bleibt es indes beim Frauenarzt. Seit im Sommer der langjährige Gynäkologe Franz Führer pensioniert wurde, ist die Kassenstelle unbesetzt. Auch die jüngste Ausschreibung bis 12. November brachte keinen Bewerber. „Die Planstelle wurde bereits neu ausgeschrieben“, informiert Gudrun Geist von der Österreichischen Gesundheitskasse.

„Wir haben es immer geschafft, die Lücken zu schließen, hoffen, dass es uns auch diesmal bald gelingt“, sagt Bürgermeister Mold. „Wir wissen aber, wie schwierig es ist, Fachärzte aufs Land zu bekommen. Damit kämpfen nicht nur wir.“

In Bewegung scheint die Nachbesetzung der Planstelle des praktischen Arztes Konrad Ernstbrunner aus Groß Gerungs, der mit Juli in Pension gegangen ist, zu kommen. Die ÖGK informiert über einen Interessenten – der Bewerbungsprozess sei aber noch nicht abgeschlossen.

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Bürgermeister Maximilian Igelsböck sichert Praktiker in Groß Gerungs vollste Unterstützung zu.
NOEN

Außerdem müsse für einen möglichen Nachfolger erst eine Ordination gefunden und eingerichtet werden, erklärt Bürgermeister Maximilian Igelsböck: „Wir sind natürlich seitens der Stadtgemeinde bestrebt, so rasch als möglich einen neuen Arzt zu bekommen, und setzen alles daran, die notwendige Ordination zu schaffen. Aber noch ist nichts fix.“