Die Kraft der Bereginja. Genia Lackey konnte die österreichweit erste Live-Einheit abhalten.

Von Martina Hofer. Erstellt am 21. Juni 2020 (05:09)
Beim Weiber-Yoga-Seminar in Allentsteig: Genia Lackey (vorne), Hanna Bartuschek, Doris Pitterle, Nicola Petrisic, Gudrun Elpons, Erika Steiner und Alda Koller (von links).
Wings

Mit „Weiber-Yoga-Bereginja“ erweitert die Russin Genia Lackey, Gründerin des Vereins Wings (Waldviertler Integrative und ganzheitliche Schulinitiative) ihr Programm für Erwachsene. Im Mai hielt sie österreichweit die ersten Live-Einheiten in Allentsteig ab.

„Slawische Gymnastik ist eine Mischung aus Gymnastik, Astrologie und altslawischem Glauben“, erklärt Lackey. „Der Lehre nach gibt es drei Welten: Die obere Welt, in der die Götter leben, die mittlere Welt, in der wir leben, sowie die untere Welt, die Welt der Vorfahren, Geister und Elemente.“ Lackey erzählt, dass es 27 Übungen gibt – neun für jede Welt. 27 Energien, die auch den 27 Zeichen des slawischen Rod-Horoskops entsprechen. Somit könne jede Frau ihre Bestimmung in diesem Leben besser verstehen und gezielt sieben Übungen machen, die ihr Potenzial entfalten.

Bezeichnung „Weib“ wird positiv gewertet

„Im Weiber-Yoga erkennt man Elemente von Yoga, Tai Chi und Qi Gong“, so Lackey weiter. Außerdem berücksichtige das Weiber-Yoga die energetischen und physiologischen Merkmale des schönen Geschlechts und ermögliche so psycho-emotionale und körperliche Energieprozesse, die Frauen schön, gesund und glücklich machen sollen.

„In erster Linie geht es dabei um die Aktivierung des endokrinen Systems, durch das wiederholte Massieren von den Nebennieren Drüsen. Die Atmung und der Einsatz der Beckenboden-Muskulatur spielen eine wichtige Rolle.“ Mithilfe von Affirmationen und dem Visualisieren von Symbolen soll eine Veränderung im Bewusstsein der Frau entstehen, in ihrer Wahrnehmung und in ihrer Möglichkeit den Raum, um sich zu strukturieren.

Die Bezeichnung Weib hat für Genia Lackey auch keine negative Bedeutung - ganz im Gegenteil. „Frau kommt von Frigg und bedeutet Kälte, das Wort klingt auch so – kalt, starr und stur. Weib dagegen klingt weich, weiblich und warm. Genau diese Eigenschaften stärkt das slawische Weiber-Yoga“, meint Genia Lackey. Bemerkenswert sei auch, dass diese vergessene, ausschließlich weibliche Praxis von einem Mann wiederhergestellt wurde. Der aus Weißrussland stammende Ethnograph und Philosophieprofessor Gennadi Adamovich erforschte alte weibliche Formen der physischen Bewegungen. Seine Studentinnen berichteten ihm über „Oma’s Vorschläge, wie man einen Mann verzaubern kann, dass er nie wieder in die Richtung von anderen Frauen schauen würde“. Er ging der Sache nach und veröffentlichte 2006 das Buch „Die Gymnastik der slawischen Zauberinnen“ in dem er die Methode „Das stehende Wasser“ vorstellte.

Ksenija Silaeva entwickelte das Programm schließlich weiter zur Methode „Die Kraft von Bereginja“. In dieser Methode ist auch Genia Lackey als Instruktorin zertifiziert. Seit 5 Jahren beschäftigt sie sich mit dem slawisch-wedischen Wissen und mit der russischen und deutschen Sprache. Dieses Wissen lässt sie auch in ihre Workshops und Webinare einfließen.

Acht Kinder und den Beruf vereinbaren

Genia Lackey wurde 1973 in Moskau geboren und fuhr mit 17 Jahren in die USA für das vierjährige Bachelor-Studium am Grinnell College und absolvierte es mit Auszeichnung. Danach heiratete sie und ging nach Österreich, wo sie Sologesang am Konservatorium der Stadt Wien studierte. Lackey war immer darauf bedacht, ihre Berufung als Mutter mit ihrem Beruf gut zu vereinbaren und leitete seit 2007 spielerische Gruppen für Englisch und Russisch, sowie Kreativtanz für Kinder. Vor der Gründung der Wings in Allentsteig studierte sie an der KPH Wien/Krems und absolvierte einen Montessori Kurs beim BEL Montessori Institut. Damit nicht genug verbrachte die achtfache Mutter 2015 auch einen Studienaufenthalt an der berühmten Schetinin-Schule in Tekos, Russland.