Gerichtsprozess: Nach 50 Ehejahren kriselt es gehörig

„Ein Missverständnis“, erklärte 74-Jährige aus dem Raum Allentsteig zu dem Vorwurf, den Gatten mit Messer bedroht zu haben.

Erstellt am 25. November 2021 | 05:01
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„Nicht schuldig, weil i hab ja nix g‘macht“, erklärte eine 74-Jährige aus dem Großraum Allentsteig vor Gericht. Sie leugnete, ihren Ehemann mit einem Messer bedroht zu haben. Sie habe sich nur eine Scheibe Wurst mit einem Messer abgeschnitten und dabei dann erzählt, was die Freundinnen zu ihren Eheproblemen gemeint haben, nämlich: „Die Sau g‘hört vergiftet oder erstochen.“

Das habe der 82-Jährige dann anscheinend falsch verstanden und als Drohung empfunden. Das sei nur ein Missverständnis: „Wissen‘S Frau Rat, er hat mich 50 Jahre belogen und betrogen. Zwei Tage vor der Hochzeit hatte er noch ein G‘spusi, und die Liebesbriefe hat er noch immer. Ich habe sie gefunden, und jetzt kommt es öfters zu hitzigen Debatten, aber zu keinen Drohungen“, klagte die 74-Jährige ihr Leid.

Der 82-jährige Gatte schwächte im Zeugenstand seine ursprünglichen Vorwürfe ab und erklärte, er habe doch keine Angst vor seiner gehbehinderten Frau, er sei ihr doch körperlich überlegen. Für die Waldviertlerin endete der Prozess mit einem Freispruch.