Raiba sperrt heuer zu

Schaden, zu großes Gebäude, sinkende Frequenz zwingt Allentsteiger Filiale in Knie.

Erstellt am 06. Oktober 2021 | 04:53
Allentsteig - Raiba sperrt heuer zu
Die Raiba-Filiale in Allentsteig sperrt mit 1. Dezember zu.
Foto: NÖN

Sinkende Kundenfrequenzen, ein eigentlich zu großes Gebäude und ein Hagelschaden: Durch das Zusammentreffen dieser Faktoren wurde das Aus für die Raiffeisenbank in Allentsteig früher als erwartet besiegelt. Mit 1. Dezember wird die Bankfiliale geschlossen und mit der Raiffeisenbank Göpfritz zusammengelegt.

„Schon vor Corona haben wir deutlich gesehen, dass die Kundenfrequenz am Schalter im Abnehmen ist. Je nach Bankstelle haben wir hier Rückgänge von einem Viertel bis zu einem Drittel im Verlauf der vergangenen vier Jahre registriert. Zugleich haben die elektronischen Transaktionen im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent zugenommen“, beschreibt Christian Weinberger, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Waidhofen, zu der die Bankstelle in Allentsteig gehört, die Ausgangslage.

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Der Hagelschaden und die Notwendigkeit, die im für die Filiale zu großen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude befindliche Wohnung zu vermieten, hätten die Entscheidung zur Schließung beschleunigt. „Wir glauben, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, einen Käufer für das Gebäude zu finden“, sagt Weinberger. Vor dem Verkauf soll es noch generalsaniert werden. Auch wenn die Allentsteiger Kunden nun ins neun Kilometer entfernte Göpfritz fahren müssen, wenn sie persönliche Beratung brauchen, würden sie insgesamt von der Zusammenlegung profitieren: „Wir haben bei den kleinen Bankstellen das Problem, dass wir dort nur eineinhalb bis zwei Mitarbeiter wirtschaftlich beschäftigen können. Durch Urlaube und Krankenstände ist dann oft ein Mitarbeiter alleine in der Filiale, unter diesen Umständen ist dann auch keine ordentliche Beratung möglich“, gibt Vorstandsdirektor Kurt Bogg zu bedenken.

Auch eine Spezialisierung auf einzelne Teilbereiche wie Wertpapiere oder Versicherungen sei so nicht möglich, weil eine Person praktisch über alles Bescheid wissen muss. „Mitarbeiter und Betriebsrat stehen zu 100 Prozent hinter dieser Lösung, der Mitarbeiterstand bleibt erhalten, und die Arbeitsbedingungen verbessern sich sogar“, betont Bogg.