Vizebürgermeisterin: „Raum für Jung und Alt ist Ziel“. Elisabeth Klang (41) ist die erste weibliche Vizebürgermeisterin in Allentsteig. Markus Füxl sprach mit ihr über ihre Ziele.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 29. Mai 2020 (06:15)
Elisabeth Klang ist neue Vize in Allentsteig.
privat

NÖN: Sie sind die erste weibliche Bürgermeisterin in Allentsteig. Wie geht es Ihnen damit?

Elisabeth Klang: Mich haben erst Freunde und Kollegen im Gemeinderat darauf aufmerksam gemacht, anfangs war mir das gar nicht bewusst. Im 21. Jahrhundert sollte nicht das Geschlecht das Wichtigste sein, sondern eher die Kompetenz, das Engagement und die Menschlichkeit, die für eine Person sprechen. Beim Wahlergebnis hat es mich gefreut, dass mir so viele Menschen das Vertrauen aussprechen. Ich habe von klein auf beigebracht bekommen, dass man sich nicht über das Geschlecht definiert, sondern über die Leistung und die Persönlichkeit.

Bei der Wahl in der konstituierenden Sitzung fielen 17 von 18 abgegebenen Stimmen auf Sie. Was sagen Sie zum Vertrauensvorschuss?

Klang: Es ehrt mich und zeigt, dass wir als Team zusammenhalten. Man kennt mich, es ist mittlerweile die vierte Periode, in der ich mitwirke. Bei mir weiß jeder, wie er dran ist. Ich halte das wie die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Das ist eine Grundprämisse bei mir, so wie die Handschlagqualität, Wertschätzung und Vertrauenswürdigkeit im Dialog.

Warum sind Sie in die Politik gegangen?

Klang: Um das Jahr 2000 gab es in Allentsteig zwei ÖVP Listen. Ich weiß noch, dass mir schon damals als junger Mensch die ewige Streiterei auf die Nerven gegangen ist. Als mich 2005 die damalige Spitzenkandidatin der Bürgerliste Pro (alt ÖVP) Gerti Weber gefragt hat ob ich mitarbeiten möchte, hab ich mit einer ziemlichen Naivität spontan zugesagt. Ich hatte in meiner jugendlichen Naivität die Idee die Listen wieder zu einer gemeinsame starken christdemokratische Einheit für Allentsteig zusammen zu bringen. Naja, ich wurde dann doch relativ rasch mit der Realität konfrontiert und es sollte noch ein Jahrzehnt dauern bis wieder alle an einen Strang gezogen haben. Weil wir eine gute Truppe sind, die in den letzten Jahren gut zusammengewachsen ist und es trotz aller Anstrengungen und viel Zeitaufwand echt Spaß macht, habe ich mich jetzt dafür entschieden fünf Jahre weiter zu machen.

Welche Themen sind Ihnen als Vizebürgermeisterin wichtig?

Klang: Allentsteig – die Stadt zum Leben und Wohnen für alle Generationen, das ist meine Vision für unsere Heimatgemeinde! Ein Lebensraum für Jung und Alt. Beim Wohnraum für junge Familien ist uns schon einiges gelungen, wir haben aber noch viel vor. Es gilt die gute Infrastruktur zu erhalten, gleichzeitig aber auch die Stadt fit zu machen um für die ältere Generation ein gutes und sicheres Umfeld zu sein. Ich denke der Glasfaserausbau ist ebenfalls ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung und Arbeitsplatzschaffung.

Wir haben nach wie vor eine tolle Infrastruktur mit Kindergarten, Schulen, Arzt und Nahversorger sowie ein buntes Vereinsleben, erschwingliche Bauplätze und einen See der direkt an den Stadtkern anschließt. Mit unserer zentralen Lage und der Bahnanbindung sind wir der ideale Lebensraum um Familie, Freizeit und Arbeit optimal zu vereinen. Das macht unser kleines Städtchen so lebenswert.

Es ist mir ein Anliegen, die Vorzüge unserer kleinen Stadt dem Rest der Welt bewusst zu machen.