Wirbel um Kündigung von Wohnung

Familie beschwert sich über Rauswurf aus Gemeindewohnung in Allentsteig. Bürgermeister verweist auf Beschwerden und versäumte Fristen.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 04:15
Zwettl: Wirbel um Kündigung Wohnung
Christian Imler mit seinen Kindern Justin und Celine – und der gerichtlichen Aufkündigung seiner Wohnung.
Foto: Markus Füxl

Christian Imler ist sauer: Er muss mit seiner Familie – eine Frau und drei Kinder – bis Ende November aus seiner Gemeindewohnung ausziehen. In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde ihm die Wohnung gekündigt. Der Grund laut Gemeinde: Probleme bei der Müllentsorgung, Verschmutzungen der Wohnanlage und Lärmbelästigung – auch durch einen Listenhund.

„Das stimmt nicht“, sagt Imler im NÖN-Gespräch. Vielmehr stamme der Müll von Nachbarn. Einen Listenhund habe er nie gehabt, aktuell führt er einen Chihuahua. Auch den Vorwurf der Lärmbelästigung weist er zurück: „Die Kinder spielen am Abend ganz ruhig oder gehen früh schlafen.“ Imler hat bereits die Delogierungsprävention eingeschaltet: „Ich kämpfe um die Wohnung.“

In einem Telefonat mit ÖVP-Bürgermeister Jürgen Koppensteiner soll dieser laut Imler gesagt haben: „Ihr seid in meiner Gemeinde nicht willkommen.“

Diesen Vorwurf weist Koppensteiner im NÖN-Gespräch zurück. Er verweist auf neun schriftliche Vermerke und weitere Telefonate, in denen sich Mietparteien im Haus über die Familie Imler beschwert hätten: „Jahrelang gab es dort keine Probleme. Zwei Monate nach dem Einzug der Familie im April 2020 haben die Beschwerden begonnen. Das spricht für sich“, sagt Koppensteiner.

Immer wieder habe die Gemeinde entsprechende Fristen zur Müllentsorgung und Co. gesetzt. „Wir haben sie schriftlich mehrmals auf die Probleme hingewiesen. Das hat nichts geholfen“, sagt der Bürgermeister. Ein weiterer Mieter sei deshalb bereits ausgezogen. „Wenn nichts Konsequenzen hat, wird sich auch nichts ändern“, begründet Koppensteiner den Rauswurf. Ob die Imlers tatsächlich bis Ende November ausziehen müssen, ist offen: „Falls sie kurzfristig keine Wohnung finden, haben wir angeboten, eine Frist zu finden, mit der beide Seiten leben können“, sagt der Bürgermeister.