Manfred Stauderer: „Haben die nötige Erfahrung“. NÖN-Redakteur Sebastian Dangl sprach mit Altmelons Bürgermeister Manfred Stauderer über das Impfen und neue Bauprojekte.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 07. März 2021 (04:22)
Bürgermeister Manfred Stauderer blickt im NÖN-Interview auf bevorstehende Projekte.
privat

NÖN: Was waren im Rückblick auf 2020 die größten Herausforderungen für die Gemeinde?
Manfred Stauderer:
Wie überall war die Coronasituation natürlich auch bei uns sehr herausfordernd. Es geht da wahrscheinlich allen Gemeinden gleich. Corona war etwas völlig Neues. Mir selbst ist hauptsächlich der persönliche Kontakt sehr abgegangen. Die Vereine und das gesellschaftliche Leben liegen auch brach. Die Zusammenkünfte, wie zum Beispiel bei der Feuerwehr, gehen schon sehr ab.

Wurden 2020 alle Vorhaben der Gemeinde umgesetzt oder musste etwas verschoben werden?
Stauderer:
Wir hatten 2020 eigentlich nur ein größeres Straßenbauprojekt. Das konnten wir auch abschließen. Die Vorbereitungen für die Amtshaussanierung haben wir aber auch schon im Vorjahr abgewickelt. Auf diesem Projekt liegt heuer das Hauptaugenmerk.

Wieso sind die Arbeiten am Amtshaus notwendig?
Stauderer:
Das Amtshaus wurde im Jahr 1966 errichtet und ist jetzt seit über 50 Jahren mehr oder weniger unverändert geblieben. Es entspricht nicht mehr den Standards eines moderne Verwaltungsgebäudes. Wir wollen zum Beispiel die Büroräume im Erdgeschoss ausbauen und dafür die Räumlichkeiten der alten Feuerwehr hinzunehmen.

Wann ist Baubeginn?
Stauderer:
Die Ausschreibungen für die Aufträge sind gerade in Gange. Da müssen wir zuerst noch die ganzen Angebote prüfen. Sobald es die Witterung zulässt, wollen wir so früh wie möglich mit dem Bauvorhaben beginnen und gegen Ende des Jahres hoffentlich auch wieder abschließen. Das wird unser größtes Projekt für 2021 und ist für eine kleine Gemeinde eh schon eine große Herausforderung.

Wie kommt die Gemeinde Altmelon im Hinblick auf Covid-Infektionen durch die Krise?
Stauderer:
Zumindest im Moment ist es nicht sonderlich tragisch. Letzte Woche hatten wir einen aktiven Fall. Im Vorjahr, sprich im November und Dezember, waren wir dagegen leider schon ein kleiner Hotspot. Da gab es mal etwa 40 Fälle an einem Tag. Insgesamt waren es bis jetzt rund 100 Infizierte in der Gemeinde. Derzeit ist die Situation Gott sei Dank entspannt.


Können Sie sich erklären, wie es Ende letzen Jahres zu den vielen Ansteckungen kam?
Stauderer:
Nicht wirklich. Eventuell hängt es mit den vielen Pendlern in der Gemeinde zusammen. Die Arbeitsplätze hier sind doch sehr rar und ein Großteil der Bevölkerung arbeitet auswärts. Wir sind zudem in Nähe zu Oberösterreich, wo auch immer wieder Hotspots waren. Ich glaube, dass sich viele bei der Arbeit angesteckt haben. Wenn das Virus dann mal seinen Lauf nimmt, ist es nur schwer wieder in den Griff zu bekommen.

Immer mehr Gemeinden bieten mittlerweile Teststraßen an. Gibt es auch in Altmelon Überlegungen?
Stauderer:
Wir waren natürlich auch bei den Massentestungen im Dezember und Jänner dabei. Das hat mit der großartigen Unterstützung durch die Feuerwehr und den vielen freiwilligen Helfern sehr gut funktioniert. Es gibt momentan schon den einen oder anderen Wunsch aus der Bevölkerung, ob wir nicht wieder etwas im Ort einrichten können. Man weiß ja auch nicht, wie es weitergeht. Die Zahlen steigen schon wieder und wenn es dann auch noch zu weiteren Öffnungsschritten kommt, muss das Angebot sicher erweitert werden. Wir führen in dieser Hinsicht auf jeden Fall Gespräche. Durch die Teststraßen im Dezember und Jänner haben wir prinzipiell schon die nötige Erfahrung und können in kürzester Zeit wieder eine Teststraße einrichten.

Wie sieht es mit einer möglichen Impfstraße in der Gemeinde aus?
Stauderer:
Auch hier gibt es Überlegungen. Wir werden uns garantiert für die Möglichkeit vorbereiten, um dann auch wirklich gerüstet zu sein, wenn der Impfstoff in ausreichender Form erhältlich ist. Wie es dann wirklich ablaufen wird, klären wir noch mit den Nachbargemeinden ab. Meiner Ansicht nach muss für eine effektive Impfstrategie gemeindeübergreifend zusammengearbeitet werden. Es ist ja auch nicht so einfach, diese Impfstraßen mit dem Personalaufwand über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Ich bin mir aber sicher, dass wir das mit den vielen Freiwilligen und der Erfahrung aus den Teststraßen bewältigen werden. Ob wir wirklich selbst eine Impfstraße einrichten werden, ist noch offen. Gemeindeübergreifend werden wir aber garantiert unterstützen.

Es steht bald wieder eine Gemeinderatssitzung an. Welche Themen werden da zur Sprache kommen?
Stauderer:
Das Hauptthema wird der Rechnungsabschluss für das Jahr 2020. Die hat uns aufgrund einer Umstellung des Buchhaltungssystems auch vor Herausforderungen gestellt. Das zweite große Thema wird dann die Vergabe für die Sanierungsarbeiten am Gemeindehaus werden.

Kann man auch etwas Positives aus der Krise mitnehmen?
Stauderer:
Für mich positiv ist, dass das Home-Office schon sehr weit fortgeschritten ist. Das wurde in den letzten Jahren oft versucht zu etablieren, ist aber immer wieder gescheitert. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass es im Ernstfall dann doch recht schnell gehen kann. Gerade in unserer Gegend ist das Home-Office hilfreich. Die Menschen müssen nicht mehr so oft auspendeln, wenn es der Arbeitgeber zulässt. Das System funktioniert gut und wird in Zukunft hoffentlich noch verbessert und ausgebaut. Weniger Pendeln heißt weniger Verkehr und in diese Richtung sollte es in der heutigen Zeit gehen. Aufgezeigt wurde uns aber auch die dafür nötige Infrastruktur ,sprich der Breitbandausbau. Uns steht in dieser Hinsicht noch einiges bevor.