Kaufkraft im Bezirk Zwettl: Viertletzter in Österreich. Zwettl ist kaufkraftärmster Nicht-Wiener-Bezirk Österreichs. Während der durchschnittliche Niederösterreicher über 22.554 verfügte, hatte ein Zwettler 4.376 weniger.

Von René Denk. Erstellt am 25. April 2018 (04:50)
NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Viertletzter Bezirk Österreichs und letzter Bezirk außerhalb von Wien — so lautet die Analyse der RegioData Research GmbH, die die durchschnittliche Kaufkraft europaweit unter die Lupe nahm.

Mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von 18.178 Euro pro Kopf und Jahr liegen nur mehr die drei Wiener Bezirke Rudolfsheim-Fünfhaus (17.091 Euro), Brigittenau (17.744 Euro) und Favoriten (18.136 Euro) hinter Zwettl. Direkt vor Zwettl liegt Lienz mit 18.324 Euro.

Auch im Waldviertel ist Zwettl, das 2016 nicht zu den fünf kaufkraftärmsten Bezirken zählte, weit abgeschlagen. Während ein Gmünder noch durchschnittlich fast 400 Euro mehr in der Tasche hat (18.552 Euro), liegen Waidhofen (19.008 Euro), Horn (19.972 Euro) und Melk (20.405 Euro) weit vorne. Den besten Wert hat Krems-Stadt: Dort hatte ein Bürger durchschnittlich um fast 4.700 Euro mehr in der Tasche (Kaufkraft: 22.869 Euro), als ein Zwettler.

NÖ ist kaufkraftstärkstes Bundesland Österreichs

RegioData Research GmbH, 2018; Foto: Lisa S./shutterstock; NÖN-Grafik: Bischof

Obwohl Zwettl diese schwachen Zahlen aufweist, eroberte Niederösterreich 2017 den Titel als kaufkraftstärkstes Bundesland von Salzburg zurück. „Daran sieht man, dass die Unterschiede auch innerhalb von Niederösterreich sehr groß sind“, sagt Marketing Managerin Tanja Ojdanic im Gespräch mit der NÖN. Niederösterreich hat eine durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft von 22.554 Euro. Im Vergleich dazu hat das schwächste Bundesland Kärnten im Durchschnitt nur 20.505 Euro pro Kopf.

Der Österreich-Durchschnitt liegt bei 21.812 Euro. Das bedeutet, dass Österreich in der Eurozone Platz zwei hinter Luxemburg und Europaweit Platz acht einnimmt. Die Zahlen der durchschnittlichen nominellen Kaufkraft wurden in Österreich aufgrund folgender Angaben erhoben: Alle Einkünfte aus unselbstständiger bzw. selbstständiger Arbeit, Vermietung, Kapitalvermögen, usw. Außerdem zählen Transfereinkommen, wie Familienbeihilfe, Pension, Arbeitslosengeld abzüglich Steuern oder Sozialversicherung dazu. Die regionalen Unterschiede des Preisniveaus konnten dabei allerdings nicht berücksichtigt werden.