Stellenmarkt explodiert im Bezirk Zwettl. Die Arbeitslosigkeit sank im April weiterhin stark und verzeichnete ein Minus von 17,4 %. Jeder dritte Arbeitslose hat schon länger als sechs Monate keine Beschäftigung.

Von René Denk. Erstellt am 09. Mai 2018 (09:03)
APA (Pfarrhofer)
Symbolbild

280 sofort verfügbare frei Stellen waren Ende April beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet.

„In meiner über dreißigjährigen Tätigkeit für das AMS kann ich mich nicht an eine derart hohe Zahl im April erinnern“, betont Kurt Steinbauer, der heuer auch seit 20 Jahren die AMS-Geschäftsstelle leitet.

Selbst bei der guten Konjunktur 2007 und 2008 wurden nur 88 bzw. 91 Stellen gesucht, die sofort zu besetzen waren. 2012 wanderte die April-Zahl auf 48 und erreichte bis 2016 die 70 nicht mehr. „Im Vorjahr zeichnete sich die gute Konjunktur im April dann schon ab“, betont Steinbauer den Sprung auf 169 sofort verfügbare offene Stellen.

Benötigtes Personal stehe dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, mittlerweile würden auch Waldviertler Unternehmen sich gegenseitig Personal abwerben und würden auch deutlich über Kollektivvertrag bezahlen. „Das hat vor einiger Zeit im Waldviertel noch niemand für möglich gehalten“, sagt der AMS-Chef. Auch Aufträge könnten bereits nicht mehr angenommen werden, weil kein Personal zur Verfügung steht.

Natürlich müsse man bedenken, dass nun auch Firmen offene Stellen melden, die früher nicht daran gedacht haben. Das sei deshalb der Fall, weil andere Kanäle, die bisher funktioniert haben, nun auch versagen und man mit dem AMS einen weiteren Kanal für die Stellensuche nutze.

Saisonarbeit ist voll angelaufen

Auch der Großteil der saisonal freigesetzten Arbeitskräfte des Bezirkes Zwettl konnte mittlerweile in ihren Stammbetrieben wieder die Beschäftigung aufnehmen. „Deshalb ist im Laufe des Aprils auch die Arbeitslosigkeit weiter kräftig zurückgegangen. Ende März waren noch 1.108 Personen beim AMS Zwettl arbeitslos gemeldet, während Ende April nur noch 717 Jobsuchende gemeldet waren“, analysiert Steinbauer.

Die Arbeitslosigkeit ist aber nicht nur gegenüber dem Vormonat (minus 391 Betroffene oder 35,3%), sondern auch im Vergleich zum Vorjahr (minus 151 Personen oder 17,4%) kräftig gesunken. Im letzten Monat sind 201 Personen in die Arbeitslosigkeit zugegangen und in 615 Fällen wurde die Vormerkung wiederum beendet.

Die Arbeitslosigkeit ist in allen Alterskategorien gesunken und auch die Langzeitarbeitslosigkeit ist rückläufig. Trotzdem ist im Moment quasi jeder dritte betroffene Arbeitslose (276 Personen) im Bezirk Zwettl über 50 Jahre alt. Ebenso ist ein knappes Drittel der Jobsuchenden (221 Personen) bereits länger als sechs Monate arbeitslos gemeldet. „Unser klares Ziel ist es, Langzeitarbeitslosigkeit bzw. die dauerhafte Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt und damit das soziale Abgleiten zu verhindern“, betont Steinbauer.