Erleichterung beim AMS im Bezirk Zwettl. Die Arbeitslosenzahlen im Bezirk Zwettl liegen bereits unter Vorkrisen-Niveau. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist jedoch weiterhin ein großes Problem am Arbeitsmarkt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Juni 2021 (08:15)
AMS-Chef Kurt Steinbauer analysiert den Arbeitsmarkt.
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Infolge der Öffnungsschritte ab dem 19. Mai entspannt sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter. Im Bezirk Zwettl waren Ende Mai 573 Personen, davon 275 Frauen und 298 Männer, auf Jobsuche — im Vorjahr waren es 1.050. Zusätzlich nutzen 116 Personen diverse Schulungsangebote des AMS.

„Obwohl die Covid-Krise noch nicht vorbei ist, liegt die Arbeitslosigkeit im Bezirk bereits unter dem Vorkrisen-Niveau. Der Rückblick zeigt: Im Mai 2019 waren beim AMS Zwettl 590 Jobsuchende registriert. Inklusive der 142 Schulungsteilnehmer ergab dies 732 Personen zum damaligen Zeitpunkt, während im Vergleich zum heurigen Jahr die Gesamtsumme 689 beträgt, also um 5,9 Prozent weniger“, analysiert Zwettls AMS-Geschäftsstellenleiter Kurt Steinbauer.

Entspannung in vielen Branchen

Der Mai brachte in vielen Bereichen eine weitere Arbeitsmarktentspannung. Von Jänner bis Mai dieses Jahres haben die Berater des AMS Zwettl den arbeitsuchenden Kunden bereits knapp 2.200 Vermittlungsvorschläge gemacht und somit die besser werdenden Chancen für die vorgemerkten Arbeitslosen genutzt. „Der Rückbau der Arbeitslosigkeit geht nun mit den erfolgten Öffnungsschritten zügiger voran und ist mit einem Minus von 45,4 Prozent im Vergleich zum Mai des Vorjahres beachtlich. In absoluten Zahlen gesprochen heißt dies, dass um 477 Jobsuchende weniger registriert sind. 1.547 Arbeitsuchende aus dem Bezirk Zwettl haben von Jänner bis Ende Mai wieder einen Job gefunden“, ergänzt Steinbauer. Auch im Fremdenverkehr sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um 127 Arbeitslose weniger verzeichnet.

Für Personen, die aufgrund von Qualifikationsdefiziten, gesundheitlichen Einschränkungen oder ganz einfach altersbedingt Schwierigkeiten haben, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, hält das AMS im Rahmen der Corona-Joboffensive bedarfsgerechte Weiterbildungsangebote bereit. Darüber hinaus stehen zur Vermittlungsunterstützung Förderangebote und -programme zur Verfügung.

Qualifizierte Kräfte weiterhin gefragt

Wenig Optimismus lässt allerdings nach wie vor die Situation bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu. Im Bezirk Zwettl waren Ende Mai 111 und damit 19,4 Prozent aller vorgemerkten Personen langzeitarbeitslos (NÖ-Vergleich: 31,4 %). „Die größte Herausforderung bleibt, der Verfestigung der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Wir müssen und werden alles tun, um den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit einzudämmen“, erklärt der AMS-Chef.

Viele Betriebe verzeichnen aber eine sehr gute Auftragslage und eine positive Geschäftsentwicklung und suchen deshalb zusätzliches Personal. Gefragt sind vorwiegend qualifizierte Fachkräfte, die jedoch am Arbeitsmarkt nicht in genügender Anzahl vorhanden sind. Im Monat Mai 2021 wurden beim AMS Zwettl 142 neue Stellenangebote gemeldet. Im gleichen Zeitraum konnten 128 freie Stellen besetzt werden. Steinbauer ergänzt: „Insgesamt wurden heuer bereits 590 offene Stellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt, um 78 oder 15,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.“