„Drama“ um Dohle. Wiener Tierschutzverein kritisiert Gitter in der Burgruine Arbesbach.

Von Markus Füxl. Update am 12. Juni 2019 (14:21)
Von Martin Lehmann, Shutterstock.com
Bergdohle

Ein „kleines Artenschutz-Drama“ spielt sich in Arbesbach ab – zumindest, wenn es um den Wiener Tierschutzverein (WTV) geht.

Dieser beschwerte sich mit diesem Wortlaut am 12. Juni in einer Aussendung, dass die Schießscharten der Burgruine Arbesbach vergittert worden seien. Dadurch würde der Lebensraum der Bergdohle, einer gefährdeten Vogelart, beeinträchtigt werden. „Bergdohlen brauchen Nischen in Ruinen oder Felsen, um ihre Jungen aufzuziehen. Diese Nischen zu vergittern ist rechtswidrig, grausam und eines Landes, das angeblich auf seine Natur und auf Fauna und Flora achtet, unwürdig“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Sie kündigt auch Strafanzeige gegen die Verantwortlichen an.

Bürgermeister Alfred Hennerbichler weist die Vorwürfe zurück. So gebe es diese Gitter „mindestens seit 20 Jahren“. Sie habe man aus Sicherheitsgründen installiert: „Was ist wichtiger: Dass spielende Kinder nicht runterfallen, oder dass Vögel durch die Scharten kommen?“ Hennerbichler kann sich nicht erklären, warum es gerade jetzt eine Beschwerde gibt.

Die Ruine ist im Besitz der Forstverwaltung Arbesbach, der Verschönerungsverein hat sie gepachtet.