Feuerwehren sind fit wie die Finnen. Atemschutzträger müssen bei Test aus dem hohen Norden Fitness beweisen.

Von Günther Huber. Erstellt am 19. Oktober 2018 (04:00)
Valentin Stemmer, FF Arbesbach
Christoph Buxbaum von der FF Arbesbach absolviert den ‚Finnentest‘.

Was haben die Waldviertler Feuerwehren mit den Finnen zu tun? Grundsätzlich eher wenig – aber einen Fitnesstest, der aus dem nordischen Land stammt, müssen die Atemschutzträger absolvieren, um die Tauglichkeit für den Einsatz unter Beweis zu stellen.

Die Pressluftatmer am Rücken wiegen in etwa fünfzehn Kilogramm. Dazu kommen im Ernstfall noch Helm, Schutzbekleidung und die Ausrüstung für den Löschangriff. Belastung durch Hitze, Stress und Enge fordern ohnehin körperliche Fitness.

Der Finnentest muss einmal jährlich absolviert werden und fordert die Florianis in fünf Stationen. Begonnen wird mit einem 200 Meter-Marsch. Die Hälfte der Wegstrecke müssen dabei zwei Kanister mit einem Gesamtgewicht von 33 Kilogramm getragen werden. Weiter geht es mit dem Treppensteigen. Auch hier sind die Feuerwehrkameraden mit der vollen Ausrüstung unterwegs und es gilt, 180 Stufen in einem definierten Zeitlimit zu steigen.

Stellen Sie sich einen knapp 50 Kilogramm schweren Lkw Reifen vor, der vor Ihnen am Boden liegt. Mit einem schweren Hammer müssen Sie diesen innerhalb von zwei Minuten um drei Meter nach vorwärts schlagen – die 3. Station wäre somit absolviert.

Weiter geht es mit einem Hindernisparcours, für den die Stoppuhr drei Minuten vorgesehen hat. Nun noch schnell einen 15 Meter langen Feuerwehrschlauch fachgerecht aufrollen und man ist fit für den Einsatz.

Ergänzend zu diesem Fitnesstest werden medizinische Untersuchungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Im Ernstfall entscheidet jeder Kamerad selbst, ob er sich an diesem Tag fit genug für den Einsatz fühlt.