Waldland-Brand: Mohn nicht betroffen, Ginkgo teilweise gerettet

Aktualisiert am 10. November 2021 | 14:33
Lesezeit: 5 Min
Heurige Mohnernte ist nicht vom Brand betroffen, Ginko konnte zumindest teilweise vor den Flammen gerettet werden, ebenso eine angrenzende Halle. Betrieb läuft uneingeschränkt weiter, betont Waldland.
Werbung

Der Schock über den Großbrand in der Firma Waldland ist auch an Tag Zwei zu spüren. Die NÖN sprach mit Tanja Huber und Franziska Wurz. Die beiden arbeiten im Labor und sind besorgt um den baldigen Wiederaufbau.

Die Hoffnung ist, dass bis spätestens Mai 2022 die Trocknungsanlage wieder steht. Große Bestände an Kräutern wie Ringelblume, Distel und Johanniskraut sind verbrannt. Aus dem Keller des einen abgebrannten Lagers wurden palettenweise folierte Ginkostapel gerettet. Ob sie Qualitätseinbußen erlitten haben, steht noch nicht fest. Die heurige Mohnernte ist gerettet, weil sie woanders gelagert wurde.

Mittlerweile hat sich auch Waldland selbst in einer Presseaussendung zu Wort gemeldet. Neben einer Halle mit überwiegend selbst entwickelten Trocknungs- und Veredelungstechnologie, ist auch der angeschlossene Bereich zur Lagerung der Ernteprodukte den Flammen zum Opfer gefallen. Darunter befanden sich auch zahlreiche, unmittelbar für den Export vorbereitete Paletten mit Arznei- und Küchenkräutern.

Uneingeschränkter Betrieb

Alle anderen Bereiche sind im laufenden Betrieb nicht beeinträchtigt. In den Hallen für die Lagerung und Verarbeitung von Mohn, Körnergewürzen, Blütenstaub, Pflanzenölen, sowie Presskuchenerzeugung gibt es keinerlei Einschränkungen.

"Aktuell werden im tierischen Sektor Gänse und anderes Geflügel als auch Fische laufend im geplanten Umfang ausgeliefert. Das Spezialitätengeschäft und das Leinenhaus sind natürlich geöffnet und das Cateringteam ist ebenfalls im Einsatz", heißt es seitens Waldland.

Großer Dank an Mitarbeitern und Einsatzkräften

Seitens der Geschäftsführung und des Vereinsvorstandes wird ausdrücklich und mit großem Respekt insbesondere den Einsatzkräften gedankt. "Auch alle Waldland Mitarbeiter haben einmal mehr Teamgeist bewiesen und werden wesentlich dazu beitragen, dass diese Produktionshalle in absehbarer Zukunft wieder neu errichtet werden kann. Schließlich seien auch noch jene vielen Menschen erwähnt, die durch ihren Zuspruch sich in besonderer Weise mit Waldland verbunden zeigen", heißt es in der Aussendung.

Abgebrannte Photovoltaik-Teile flogen kilometerweit

Die Feuerwehr konnte trotz wechselnder Winde ein Überspringen des Feuers auf die anderen Hallen durch Sprühnebel und viel Wasser verhindern. Die angrenzende, mit Planen bespannte Halle, konnte gerettet werden. Von der brennende Photovolatikanlage flogen manche Teile bis nach Brand, wo sie aufgefunden wurden. Das Löschen einer solchen Anlage gestaltet sich als schwierig, denn diese erzeugen auch wenn Leitungen abgeklemmt werden bei Belichtung ständig Strom. Bei der Brandbekämpfung kann es dadurch zu Stromschlägen kommen.

Neben den Feuerwehren war auch die Firma Siedl aus Großweißenbach mit zwei Greifbaggern vor Ort, um an die Glutnester zu kommen. Das Wasser kam aus den Waldlandteichen. Teilweise wurde es aber auch von Zwettler Hochbehältern herantransportiert.

Langwierige Löscharbeiten

Der Brand hatte überaus langwierige Löscharbeiten nach sich gezogen. Nachdem die Flammen am Montagnachmittag ausgebrochen waren, standen auch mehr als 24 Stunden später noch rund 70 Helfer im Einsatz. In gelagerten Kräutern hatte sich laut Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich ein "massiver Glutstock" gebildet, der immer wieder aufflammte.

Mehr als 160 Feuerwehrleute waren am Montagnachmittag an Ort und Stelle gewesen. Auch in der Nacht auf Dienstag war an ein Einrücken nicht zu denken. Mithilfe von Wasserwerfern und mehreren Hubrettungsgeräten wurden die Löscharbeiten fortgesetzt. Insgesamt zwei Hallen wurden auf dem großflächigen Areal zum Raub der Flammen. "Bis dato waren 120 Atemschutztrupps im Einsatz", sprach Resperger von einem "Riesenaufwand". Über die stundenlangen Löscharbeiten hatte am Dienstag auch der ORF Niederösterreich berichtet.

Warten hieß es vorerst für die Brandermittler. Die teilweise eingestürzten Hallen konnten bis zum Nachmittag noch nicht unter die Lupe genommen werden.

Anmerkung: Dieser Artikel wird laufend ergänzt.

Werbung