Geldsparen beim Einkaufen mit neuer Plattform. Mit neuer Plattform will Roman Ledermüller das Einkaufen erleichtern.

Von Markus Füxl. Erstellt am 20. Juni 2020 (05:02)
Der 34-jährige Roman Ledermüller will mit seiner Onlineplattform „yunibuy“ das Einkaufen billiger machen.
privat, shutterstock/PopTika

Mit einer innovativen Idee möchte der Landwirt Roman Ledermüller aus Bad Traunstein Geldsparen beim Einkaufen ermöglichen: Er gründete die Vermittlungsplattform „yunibuy“. Dort sollen Einkaufsgemeinschaften mit wenigen Mausklicks mit Händlern zusammengebracht werden.

Die Idee kam dem 39-Jährigen vor fünf Jahren. Der Ursprung gehe aber noch viel weiter zurück, erklärt er: „Friedrich Wilhelm Raiffeisen gilt als Gründer des Genossenschaftsgedankens. Mit einer großen Menge auf einmal lässt sich ein besserer Preis erzielen.“

„Wir wollen die Regionen stärken und bestehende Sammelbestellungen auf Vereinsbasis auf eine größere Ebene bringen.“ Roman Ledermüller über sein Projekt „yunibuy“

Einfache Vermittlung zwischen Händler und Käufer

Nach einem ähnlichen Prinzip soll „yunibuy“ ablaufen: Private Nutzer können auf der Plattform nach einmaliger Registrierung ein Produkt festlegen, das gekauft werden soll. Darüber hinaus wird ein Bieterzeitraum sowie Menge und Maximalpreis festgelegt. Während des Findungszeitraums können weitere Nutzer „einsteigen“ und so eine Einkaufsgemeinschaft bilden. Anbieter geben währenddessen ihre Preisangebote ab. Der günstigste Anbieter wird dann automatisch dem Gründer der Einkaufsgemeinschaft gemeldet. Er kann dann die Routenplanung für die Auslieferung bestimmen. „So kann auch effektiv Kohlenstoffdioxid verringert werden“, ergänzt Ledermüller.

Die Zahlung soll komplett auf der Plattform ablaufen, der Preis für die einzelnen Teilnehmer einer Einkaufsgemeinschaft ergibt sich über deren Bedarf vom Gesamteinkauf.

Benutzung soll gratis sein

Kosten soll die Plattform für die Benutzer nichts. Ledermüller selbst verdient über einen Prozentsatz beim Gesamtpreis einer Bestellung, die sich zwischen 3 und 6 Prozent bewegen soll. „Wir wollen die ländlichen Regionen stärken. Es gibt viele klein strukturierte Sammelbestellungen auf Vereinsbasis. Ich wollte das auf eine größere Ebene ins Internet bringen“, erklärt er.

Zeit neben Job wird in Projekt investiert

Im Kernteam arbeiten aktuell fünf Personen an „yunibuy“. Alle sind Freunde oder Bekannte und investieren neben ihrem Job und ihren Familien Zeit, erklärt Ledermüller: „Es ist schwierig, wir sind auf Investoren und Helfer angewiesen.“

Zuletzt stieg ein Freund ins Team ein, der an der Technischen Universität Wien Software Engineering studiert hat. Jetzt brauche es Unterstützung im Marketingbereich: „So etwas wird leider nicht gefördert. Es ist traurig, da will man die Digitalisierung vorantreiben und es wird einem schwer gemacht“, sagt Ledermüller, dass es deshalb auch intern schon Unmut gegeben hätte. Man wählte den offenen Weg und sucht jetzt nach Investoren und Helfer, um das Projekt in die Luft zu bekommen. Bisher wurde an zwei Programm-Prototypen gearbeitet. Mit externen Softwarefirmen soll die Fehlerquote verringert werden. Eine Facebook-Seite gibt es bereits.

Ziel für Start ist 2021

„Wir wollten mit der Plattform eigentlich schon lange fertig sein. Das Ziel ist jetzt, spätestens im Frühjahr 2021 online zu gehen“, sagt Ledermüller. Der Start soll in Österreich sein. Falls die Anfangsphase gut läuft, könne er sich vorstellen, „yunibuy“ auch für Deutschland und der Schweiz auszurollen.

Bis dahin wartet noch viel Arbeit auf den 34-Jährigen und sein Team: „Wir haben das Konzept immer wieder umgeworfen und neu begonnen zu planen“, erklärt er. Eine entsprechende Firma hat er vor drei Jahren gegründet, eine Gewerbeberechtigung fehle aber noch. Vom Erfolg ist Ledermüller überzeugt: „Wir haben das Netz nach ähnlichen Plattformen durchforstet, aber nichts gefunden.“ Sollte die Idee einschlagen, stehe für die Zukunft auch ein Büroraum in Zwettl im Raum.