Pfadfinder errichten ein Abenteuercamp in Zwettl. Baumhausanlage mit einer Flying Fox Bahn und mehrere Themeninseln soll Kindern im Zwettler Stadtpark abenteuerliches Spielen ermöglichen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 21. Dezember 2017 (05:00)
Landarch
Diese Baumhausanlage mit Seilbrücken und einer Flying Fox Bahn soll im Zwettler Stadtpark entstehen.

Die Zwettler Pfadfinder planen, im Stadtpark vor ihrem Haus in der Kamptalstraße ein Abenteuercamp zu errichten. Hauptattraktion soll dabei ein mehrstöckiges Baumhausdreieck mit einer Flying Fox Bahn werden.

Markus Füxl
Dieser Baum im Zwettler Stadtpark bildet das Herzstück des geplanten Abenteuercamps der Pfadfinder. Hier soll eine Baumhausanlage mit einer Flying Fox Bahn entstehen. Im Bild: Obmann Josef Mayerhofer und Gruppenleiter Christian Wagner.

Für die Pfadfinder ist die Gestaltung eines abenteuerlichen Bewegungs- und Spielbereiches ein langjähriger Traum. „Wir wollen damit das Angebot in der freien Natur für Kinder in Zwettl attraktivieren“, sagt Gruppenleiter Christian Wagner gegenüber der NÖN. Gemeinsam mit den Pfadfindern arbeitete er einen Plan für den Park aus.

Pfadfinder wollten keinen „Spielplatz“

„Wir haben die Kinder und Jugendlichen gefragt, welche Geräte sie haben möchten. Dabei ist der aktuelle Entwurf herausgekommen“, so Wagner.

Obwohl man plant, den Park intensiv mit den Pfadfindern zu nutzen, wird er auch öffentlich zugänglich sein. Die Gestaltung richtet sich dabei an Kindern zwischen fünf und zehn Jahren. „Wir wollen explizit keinen reinen Spielplatz oder Bewegungspark bauen. Bei uns soll das Abenteuer im Vordergrund stehen. In dem Park wird die naturverbundene Entwicklung der Kinder gefördert“, erklärt Wagner.

Verschiedene Bewegungsstationen

Folgende Bewegungsstationen sollen in das bereits vorhandene natürlich Terrain des Parks eingebettet werden:

Klettereck : Beim südlichen Eingang des Parks können Kinder das Erreichen einer erhöhten Plattform trainieren. Das Eck wird ein Knotenseil, eine Leiter und einen Schrägbaum mit Kerben beinhalten. Als Überstieg zur nächsten Themeninsel soll eine leicht abfallende Leiter mit bis zu zehn Sprossen errichtet werden.

Balancierstrecke: Start der Strecke wird ein vier Meter langer Kletterbaum sein. Danach können die Kinder über eine Slackline balancieren.

Schwingeck: Das Schwingeck wird die letzte Themeninsel sein. Dabei können Kinder mit einem Schwungtau Anlauf nehmen und in einer Aufsprungmulde mit weichem Untergrund und Entfernungsmarken spielerisch ihre Sprungkraft messen.

Steinlabyrinth: Eine Anordnung von Steinen soll einem ausgetrockneten Bachlauf nachempfunden werden. Die Kinder können über die Steine springen. Zwischen den Pfaden soll es außerdem Platz zum Fangenspielen und Verstecken geben.

Landarch
Aufwändige Dachkonstruktion: Das Baumhausdreieck soll bei Betrieb von den Zwettler Pfadfindern beaufsichtigt werden.

Der Pavillon sowie alle Bäume des Parks sollen bei der Errichtung des Camps erhalten bleiben, so auch der große Stamm an der Uferseite des Kamps . „Dieser Baum ist das Herz und die Seele des Parks, ähnlich wie im Film ‚Avatar’ der Baum der Seelen“, sagt Wagner lachend. Genau dort soll auch das Zentrum des Abenteuercamps entstehen – eine mehrstöckige Baumhausanlage.

Holzplattformen werden über Seilbrücken, Seilstegen und Schwungseilen miteinander verbunden sein. Eine Flying Fox Bahn wird in mehreren Teilstrecken quer durch den Park mit Anfangs- und Endpunkt am Baumhaus verlaufen. Dieser Bereich wird nur unter Beaufsichtigung der Pfadfinder möglich sein. Die Bahn wird für Gruppen und Schulklassen oder im Rahmen von Zwettler Festen betreut werden.

Mit der Konzepterstellung des Abenteuerparks ist die Planungsgemeinschaft für Architektur und Freiraumplanung „Landarch“ mit Sitz in Lengenfeld beauftragt. Geplanter Baustart ist im Frühjahr 2018. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf knapp 241.700 Euro. Davon fördert die Stadtgemeinde Zwettl 60.000 Euro, knapp 116.300 Euro kommen vom Leaderprogramm des Landes NÖ.

Ausbildungscamp und Zeltplatz sollen folgen

In einem zweiten Bauschritt planen die Pfadfinder die Errichtung einer eigenen Ausbildungsanlage auf ihrem Grundstück am Propsteiberg. Auf mehreren Stationen können dort die Pfadfinder Bodenzeichen und Tierspuren, das Errichten eines Lagerfeuers oder das Knüpfen von Knoten erlernen.

In Richtung Propstei soll außerdem ein Zeltplatz entstehen.