Einbrecher ließ sich Fischstäbchen schmecken. Waldviertler Opfer (77) bedankt sich beim Eindringling, dass dieser keine Sachschäden verursacht und nur in Kühltruhe gelangt hat.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. Mai 2018 (05:00)
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„Bis auf die Fischstäbchen aus der Kühltruhe hat nix gefehlt. Er hat zum Glück auch keinen großen Sachschaden angerichtet“, schildert der 77-Jährige aus der Gemeinde Schwarzenau im Zeugenstand und bedankt sich beim Einbrecher.

Der angesprochene Tscheche David G. errötet, dann stammelt er sichtlich betroffen eine Entschuldigung und beteuert: „Ich habe immer darauf geachtet, vorsichtig zu sein.“ Dann berichtet er von einem beschwerlichen Leben und seinen Straftaten (15 an der Zahl in seiner Heimat, eine in Deutschland), begangen aus der Not. Er habe auf der Straße, von Gelegenheitsjobs gelebt, und wenn ihn der Hunger überkam, sei er auf Einbruchstour gegangen.

Nach dem Waldviertel sei er in Hofern im Bezirk Hollabrunn in ein Heurigenlokal eingestiegen und habe Bargeld, Zigaretten und Süßigkeiten im Gesamtwert von 109 Euro erbeutet, gesteht er ein und bekennt: „Ich habe meine Probleme falsch gelöst.“

Für den mehrfach einschlägig vorbestraften Tschechen, der gerade eine mehrjährige Gefängnisstrafe verbüßt, setzt es eine Zusatzstrafe von drei Jahren und sechs Monaten unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.