15-Jähriger attackierte Vater mit einem Messer. Als Sohn an zweiter Stelle beim Vater zu kommen, verkraftete Teenager nicht, und er ertränkte Kummer im Alkohol. Ausraster folgten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 02. August 2020 (20:16)
Haftrichter vernahm den Beschuldigten ein
APA (dpa/Archiv)

„Du kannst den Buam nix sagen. Die Jungen reden heutzutage ja überhaupt so viel Blödsinn und man weiß nicht, ist das ernst gemeint oder nur Angeberei. Wie konnte er zu uns, seinen Eltern sagen, dass er nach Tschechien fährt, sich eine Waffe besorgt und uns dann erschießen wird“, präsentierte sich ein sichtlich verzweifelter und mit der Erziehung seines Sohnes überforderter Vater (46) aus dem Bezirk Zwettl vor Gericht. Unter Tränen schilderte er dann, als der Sohnemann wieder einmal betrunken heimgekommen sei und nach elterlichen Rügen plötzlich ein Messer gegen in gerichtet habe. Alarmierten Polizeibeamten sei es dann gelungen, den renitenten Buben zu beruhigen. Kaum waren die Beamten weg, habe er wieder begonnen, zu randalieren. Dann hätten die Handschellen geklickt und der Sohn sei dann weggekommen, in eine Betreuungseinrichtung.

„Ich wollte meinen Vater doch nicht umbringen, nur einschüchtern, damit er mich endlich in Ruhe lässt“, schilderte der Teenager vor Gericht. Er gab zu, den Vater mit einem Messer attackiert, Morddrohungen geäußert und in der Folge auch einen Betreuer in den Bauch geboxt zu haben. „Ich habe damals aus Kummer und Frust sehr viel getrunken. Jetzt geht es mir besser. Ich bin in einer Lehre und ich will auch wieder nach Hause.“ „Ich habe auch Fehler gemacht“, bekannte der Vater und beteuerte, künftig ruhiger auf den Sohn einzugehen. Für den Teenager setzte es drei Monate auf Bewährung und er muss ein Antiaggressionstraining absolvieren. Rechtskräftig.