30 Personen in Heimquarantäne - keiner positiv. Bisher nur Verdachtsfälle im Bezirk Zwettl. Heimkehrer aus Ischgl und Co. in Quarantäne.

Von Markus Füxl und Karin Pollak. Erstellt am 17. März 2020 (11:53)
Auch der Eingangsbereich zur Bezirkshauptmannschaft Zwettl bleibt dieser Tage leer.
Markus Füxl

Als „gallisches Dorf“ beweist sich aktuell noch der Bezirk Zwettl: Bisher gibt es keine am Coronavirus erkrankten Personen, bestätigt Bezirkshauptmann Michael Widermann.

Mittlerweile sind 30 Personen in Heimquarantäne, Stand 17. März. Unter ihnen sind einige Heimkehrer aus den Orten in Österreich, die mittlerweile komplett unter Quarantäne gestellt wurden, etwa eine Gruppe aus Heiligenblut, zwei Personen aus Ischgl und eine Person aus Arlberg. „Es gibt auch Fälle, die mit Risikopersonen Kontakt hatten, also mit Menschen, die selbst aus Risikogebieten kommen und Symptome zeigen“, erklärt Widermann im Gespräch mit der NÖN. Für zwei Personen gilt eine Verkehrsbeschränkung. "Das ist eine leichtere Maßnahme, für sie gilt praktisch das, was ohnehin per Gesetz verordnet wurde: Möglichst keinen Personenkontakt in der Öffentlichkeit", sagt Widermann.

Bis zu drei Tage warten auf Test-Teams

Mittlerweile gibt es weitere negative Testungen, von den übrigen werden noch die Ergebnisse abgewartet. Neue Verdachtsfälle müssen Geduld haben: Insgesamt stehen 300 Testungen in Niederösterreich auf der Warteliste. „Es kann also zwei bis drei Tage dauern, bis das Testungsteam des Roten Kreuzes vor Ort ist, um den Abstrich zu machen“, sagt Widermann.

Widermann: „Krisenstab jederzeit einsatzbereit“

Das Amtsgebäude der Bezirkshauptmannschaft bleibt bis auf weiteres geschlossen. Parteienverkehr ist nur mehr auf telefonischem und elektronischem Weg mittels Mail möglich. „Alles was nicht akut ist, wird auf später verschoben“, erklärt Widermann. Fachgebiete sind trotzdem besetzt, was möglich ist wird in Heimarbeit abgearbeitet. „Die Mitarbeiter wechseln sich ab, um sich im ‚Corona-Betrieb’ auszuruhen“, sagt Widermann.

Luft nach oben sei weiterhin möglich, erklärt der Bezirkshauptmann. So ist ein Krisenstab eingerichtet und könnte jederzeit hochgefahren werden. Außerdem wurden Mitarbeiter extra geschult, diese könnten jederzeit einsteigen. Bisher war das aber noch nicht notwendig. „Ich appelliere an alle, vorbeugende Maßnahmen zu setzen, aber keinesfalls hysterisch zu werden“, sagt Widermann.