Appell für Rauchmelder: Vorsorge kann Leben retten. Bezirksfeuerwehr-Kommandant Franz Knapp rät nach Vorfall dazu, Wohnungen mit Rauchmeldern nachzurüsten.

Von Verena Schwarzinger. Erstellt am 31. Januar 2019 (04:00)
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„Rauchmelder sind kein Luxus“, betont Franz Knapp.
René Denk

Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Knapp appelliert an die Bürger, dass sie sich für die frühe Branderkennung ausrüsten.

Er schildert den Brand, zu dem er am 14. Jänner im Raum Groß Gerungs selbst ausgerückt war. Nach der Ersterkundung startete der Atemschutztrupp mit den Löscharbeiten: Ein TV-Gerät im Obergeschoß hatte Feuer gefangen, dieses konnte rasch gelöscht werden.

„Zum Glück ist nicht mehr passiert. Aber wäre dies in der Nacht geschehen, hätte es ein schreckliches Unglück gegeben, und zwar deshalb, weil im Haus keine Rauchmelder montiert waren“, erzählt der Bezirkskommandant im NÖN-Gespräch.

„Es ist heutzutage leichtsinnig, wenn man keine Rauchmelder im Haus installiert hat.“Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Knapp im NÖN-Gespräch.

Immer wieder werden die Feuerwehren gerufen, weil TV-Geräte zu brennen beginnen, weil Lüftungsschlitze nicht frei sind, Verteilersteckdosen überhitzen oder auch Computer- oder Handyakkus beim Laden Feuer fangen. Der Rauch, der bei einem Schwelbrand entsteht, dringt dabei durch alle Türen und Ritzen und verbreitet sich lautlos im Gebäude.

„Werden Rauchgase eingeatmet, reichen nur zwei Atemzüge aus, und man kann ersticken. Rauchmelder können daher Lebensretter sein, vor allem in unserer hochtechnischen Welt. Es ist beinahe schon leichtsinnig, keine Rauchmelder im Haus oder in der Wohnung zu haben“, meint Knapp.

Der Bezirksfeuerwehrkommandant rät zu mindestens zwei Installationen, unter anderem empfiehlt er einen im Büro und einen im Kinder- oder Wohnzimmer. Zunächst müsse man jedoch mit dem Vorurteil aufräumen, dass Rauchmelder Luxus seien, denn diese kosten nicht viel, retten aber Leben, meint der Bezirkskommandant weiter.

Die Geräte kosten zwischen 10 und 30 Euro und es gibt sie auch beim Diskonter, sie sind TÜV geprüft und hochwertig. Betrieben werden die Rauchmelder mittels Batterie. Wird Rauch vom Gerät wahrgenommen, beginnt dieses sehr laut zu piepsen und weckt die Bewohner. „Als Erstmaßnahme darf man jedoch nicht den Fehler machen und Türen und Fenster öffnen, damit der Rauch abzieht, denn damit bewirkt man nur das Gegenteil. Richtig handelt man, indem man die Zimmertür schließt, das Haus verlässt und die Feuerwehr ruft“, erklärt Franz Knapp.

Rauchmelder-Pflicht in Neubauten

In Niederösterreich gilt seit 2015 das Gesetz, dass in neu gebauten Wohnungen oder private Einfamilienhäuser Rauchmelder installiert werden müssen.

„Ältere Bauten können jederzeit nachgerüstet werden. Elektriker, Installateure oder die örtlichen Feuerwehren beraten und helfen dabei gerne weiter“, so Knapp abschließend. Das Land biete auch ständig Aktionen, bei denen Rauchmelder erworben werden können.

Ein weiterer Brand passierte erst am 26. Jänner in Schwarzenau: Ein 73-Jähriger hatte seinen Holzofen im Keller befeuert, worauf ein Kaminbrand folgte. Ein Mitglied der FF Schwarzenau entdeckte den Brand glücklicherweise und alarmierte sofort seine Kollegen. Außer im Dachgeschoß kam es zu keiner Rauchentwicklung.