Arbeitslosigkeit: „Niedrigster Wert seit 41 Jahren“

Erstellt am 24. Januar 2022 | 06:46
Lesezeit: 3 Min
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AMS-Chef Kurt Steinbauer zu den Zahlen vom Dezember.
Foto: Archiv
Zwettl verzeichnete im Dezember niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1980. Die Pandemie hinterlässt dennoch unübersehbare Spuren.
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Die Auswirkungen des vierten Lockdowns halten sich auf dem regionalen Arbeitsmarkt in Grenzen. Allerdings gab es einen kräftigen, saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Zwettl. Innerhalb des letzten Monats hat sich die Anzahl der Jobsuchenden verdoppelt.

Zum Jahreswechsel waren beim AMS Zwettl 1.055 Personen, davon 324 Frauen und 731 Männer, arbeitslos gemeldet. Seit dem November ist das ein Zuwachs von 528 Personen, während sich im Vorjahresvergleich ein deutlicher Rückgang um 255 Personen (minus 19,5 Prozent) zeigt. „Der starke, saisonale Zustrom in die Arbeitslosigkeit ist im Dezember normal. Viele Betroffene werden nur sehr kurz und vorübergehend beim AMS arbeitslos gemeldet sein, weil sie von ihren Arbeitgebern Einstellungszusagen innerhalb von drei Monaten erhielten“, erklärt AMS-Bezirksleiter Kurt Steinbauer.

„Mit 1.055 Arbeitslosen verzeichnet der Bezirk Zwettl übrigens den niedrigsten Dezember-Wert seit 41 Jahren.“

„Mit 1.055 Arbeitslosen verzeichnet der Bezirk Zwettl übrigens den niedrigsten Dezember-Wert seit 41 Jahren – nämlich seit 1980“, freut sich Steinbauer über den historischen Tiefstand. Das in absoluten Zahlen größte Minus verzeichnet die Baubranche. Mit 302 gemeldeten Arbeitslosen gibt es hier um 45 weniger als im Vorjahr.

Ziel: Eindämmen der Langzeitarbeitslosigkeit

Trotzdem hinterlässt die Corona-Pandemie seit Ausbruch unübersehbare Spuren am Arbeitsmarkt. Eine der schwerwiegendsten Folgen dieser Krise ist die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. Fast jeder fünfte Arbeitslose in Niederösterreich ist derzeit ein Jahr und länger auf Jobsuche. Das AMS ist auf einen möglichen weiteren Lockdown im neuen Jahr vorbereitet.

„Je geringer die Zahl der arbeitslosen Personen am Beginn eines Lockdowns, desto wirkungsvoller gelingt es, den entstandenen Sockel an Arbeitslosigkeit abzubauen“, weiß AMS-Chef Steinbauer. Im Dezember gaben die Berater des AMS Zwettl 359 Vermittlungsvorschläge aus. 73 Jobsuchende konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden, und 67 freie Stellen und Lehrstellen wurden mit einer passenden Arbeitskraft besetzt.

In den vergangenen neun Monaten konnte der Höchststand an Langzeitarbeitslosen von 125 Personen (im März) auf nunmehr 77 gesenkt werden. Das ist eine Reduktion von 38,4 Prozent. Seither (ab April) haben 43 Personen im Bezirk Zwettl ihre Langzeitarbeitslosigkeit durch eine Beschäftigungsaufnahme beendet.

Um die Langzeitarbeitslosigkeit weiter einzudämmen, wird das AMS die im Vorjahr gestartete erfolgreiche „Aktion Sprungbrett“ auch 2022 weiterführen. Dabei bietet das AMS besonders attraktive Lohnkostenförderungen für jene Betriebe, die Langzeitarbeitslose anstellen.

„Vor allem für Ältere und Menschen mit Gesundheitseinschränkungen ist es schwierig, eine neue Beschäftigung zu finden. Damit auch für diese Personen der berufliche Wiedereinstieg gelingt, bedarf es spezieller Beratung und intensiver Unterstützung“, betont Steinbauer.

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