Automarkt blieb nicht verschont. Rückgang bei Benzin- und Dieselautos. Die Neuanmeldungen bei E-Autos hat sich im Bezirk Zwettl verdreifacht.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:14)
Symbolbild
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Corona beutelte 2020 auch die Fahrzeughändler stark durch. Aber im Bezirk Zwettl dürfte man mit einem Rückgang der Neuanmeldungen von 17,3 Prozent gegenüber 2019 gegen den österreichweiten Trend (minus 22,1 Prozent) „geschwommen sein“. Davon berichten einige Autohändler im Bezirk.

Nichts zum Jammern

Im Vorjahr gab es im Bezirk Zwettl „nur“ 1.105 Pkw-Neuzulassungen, also um 231 weniger als 2019, aber: „Es gibt nichts zum Jammern“, meinte etwa Martin Schmuckenschlager vom Autohaus Böhm in Ottenschlag. Er bezeichnet 2020 als „relativ gutes Jahr“, dem zwei Monate wegen des Lockdowns gefehlt habe.

NOEN

„Die Nachfrage, vor allem nach E-Autos, war sogar gegenüber den vergangenen Jahren besser“, betont Schmuckenschlager. Mit der Marke „Kia“ führe man einen „Vorreiter“ bei den E-Fahrzeugen. „Davon profitieren wir. Wir wurden 2017, 2018 und 2019 bestes E-Autohaus in Niederösterreich.“

Platz zwei in Niederösterreich

Dass viele E-Autos im Bezirk Zwettl unterwegs sind, bestätigt auch die jüngste VCÖ-Analyse. Der Bezirk Zwettl liegt mit einem 8,9-Prozent-Anteil von E-Autos in der NÖ-Statistik nur hinter dem Bezirk Klosterneuburg (9,3 Prozent) auf Platz zwei. Im Vorjahr wurden 98 neue E-Autos angemeldet, 2019 waren es 33.

Autokauf als Geldanlage 

„Beim Zweitfahrzeug greifen schon viele auf ein E-Auto“, meint Johann Kolm, Verkaufsleiter im Autohaus des Raiffeisenlagerhauses Zwettl. „Wir haben im Vorjahr unsere Verkaufszahlen fast halten können, der Gewinn ist leicht zurückgegangen, aber wir sind zufrieden.“ Vor allem die etwas ältere Generation habe vermehrt Autos gekauft. „Sie wollten ihr Geld einfach ausgeben, Zinsen gibt es kaum.“ Andere wiederum hätten aus Sorge um die finanzielle Zukunft einen Autokauf einmal verschoben. „Damit rechnen wir auch heuer. Dafür werden die Klein-Lkw heuer sehr gefragt sein. Durch die Neuerungen bei der NoVA werden diese teurer und darum werden Firmen den Kauf von Kastenwägen, Pritschen usw. vorziehen“, schaut Kolm positiv in die Zukunft.

Warten auf neueste Modelle 

Im Autohaus Hasslauer in Schlag wurden im Vorjahr die wegen Corona etwas heruntergeschraubten Ziele auch erreicht. „Gekauft wurden Diesel-, Benzin- und auch E-Autos. Einen Trend konnten wir nicht wirklich bemerken“, betont Manuel Hasslauer. Derzeit warte man auf die neuesten Fahrzeugmodelle und die Erlaubnis, diese präsentieren zu können.

Verfügbares wurde gekauft 

Beim Autohaus Berger hätten sich im Vorjahr die Bereiche „Gebrauchtwagen“ und „Neuwagen“ verschoben. „Gekauft wurde, was verfügbar war. Viele wollten nicht auf einen Neuwagen warten, was durch Corona ja durchaus zu weiteren Verzögerungen führen hätte können“, berichtet Thomas Berger. Er habe auch Rückgänge bei den Verkaufszahlen verzeichnet. Für heuer erwarte er sich einen Anstieg vor allem bei den E-Autos: „Es wird viel mehr Produkte geben“, ist Berger zuversichtlich.

E-Autos verdreifacht 

Die 1.105 Neuwägen, die 2020 angemeldet worden sind (2019: 1.336) gliedern sich in 440 (670) Benziner und 397 (588) Dieselfahrzeuge. Bei den E-Autos verdreifachten sich die Neuanmeldungen. Von 33 im Jahr 2019 ist die Zahl auf 98 im Vorjahr angestiegen. Bei den Hybrid-Fahrzeugen hat sich die Zahl der Neuanmeldungen fast vervierfacht: Insgesamt wurden 170 Hybrid-Autos im Vorjahr angemeldet (2019: 45). Davon sind 143 (42) Benzin/Elektro und 27 (3) Diesel/Elektro. Die Marke VW dominierte, es wurden 194 Autos dieser Marke neu angeschafft (256), gefolgt von Peugeot mit 179 Autos (259) und Kia mit 88 Autos (65).

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