Bauern-Sager sorgt für großen Ärger. Zitat über Katastrophenfonds stieß sauer auf. Dietmar Hipp klärt über Lage auf.

Von Markus Füxl. Erstellt am 27. März 2020 (08:47)
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Für einiges an Wirbel und erboste Anrufe im NÖN-Newsroom sorgte der Bericht „Arsch auf Grundeis“ aus der Vorwoche. Darin kommt unter anderem der Unternehmer Helmut Preiser aus Großreinprechts zu Wort. Im Rahmen der Coronakrise fühlt er sich von der Politik im Stich gelassen und forderte finanzielle Hilfe in Form von Unterstützung aus dem Katastrophenfonds – bei Bauern sei dies eine gängige Regel, die unbürokratisch möglich sei, so Preiser.

Manuela Fletzberger, eine Landwirtin, meldete sich kurz darauf bei der NÖN: „Wir haben fast alle eine Versicherung (Hagelversicherung) wo wir genug Prämien bezahlen, damit ein Teil unserer Schäden abgeglichen werden kann! Mit dem Katastrophenfonds geht das sicher nicht so rasch und unbürokratisch“, sagt sie.

Die Landwirte seien froh über den Katastrophenfonds, allerdings sehe es so aus, dass „wir wenns ein bisschen mehr regnet oder weniger regnet und etwas kühler ist, jedes Mal gleich Geld bekommen würden“, ärgert sich die Landwirtin und weiter: „Wir Bauern müssen das ganze Jahr hart arbeiten und es interessiert auch keinen, wie wir Rechnungen bezahlen, wenn der Milchpreis wieder mal gefallen ist. Das sind Fakten und kein Bauerngejammere.“

Preiser: „Wollte keinen damit beleidigen!“

Helmut Preiser versucht, die Wogen zu glätten: „Ich habe keinesfalls den Bauernstand beleidigen, oder diesen der Vorteilsannahme bezichtigen wollen. Ganz im Gegenteil. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass im Katastrophenfall aus dem Katastrophenfonds rasch und unbürokratisch geholfen wird.“ Seine Kritik richte sich ausschließlich gegen die überbordende Bürokratie. Dass dies falsch interpretiert wurde, tue ihm Leid: „Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die sich betroffen fühlen“, sagt Preiser.

Landwirtschaftskammer-Obmann Dietmar Hipp erklärt auf NÖN-Nachfrage: „Der Katastrophenfonds deckt nur mehr vereinzelt Sturmschäden im Wald. Gegen alle anderen Naturgewalten müssen sich die Bauern selbst versichern. Selbst bei der Käferproblematik gibt es keinen einzigen Euro aus dem Katastrophenfonds.“