Breitensport hängt in der Luft: Wie geht‘s weiter?. Frust über Sportverbot macht sich auch bei Vereinen im Bezirk Zwettl breit. Sie pochen auf baldige Lösung. Bringt die der Sportgipfel?

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 26. Februar 2021 (05:16)
Der Amateur- und Breitensport hat noch immer Sendepause. Alle Hoffnung liegt auf dem großen Sportgipfel mit den Ministerien diesen Freitag. Foto: NÖN
NOEN

Gibt’s endlich das gerne zitierte „Licht am Ende des Tunnels“? Darauf hofft jedenfalls die heimische Sportszene. Das Gipfelgespräch zwischen Sport Austria und Österreichs Sport-Dachverbänden mit Vertretern der Regierung zur erhofften schrittweisen Öffnung des Amateur- und Freizeitsports trotz Coronavirus-Pandemie geht am Freitag über die Bühne. Die Hoffnung auf baldige Öffnungen zumindest zum Trainieren ist bei den Sportvereinen im Bezirk Zwettl groß.

Spitze oder Breite? Bereits seit einigen Wochen darf neben den Spitzensportlern – im Waldviertel waren das der Unterlembacher Tischtennis-Profi Stefan Fegerl, der SV Horn (Fußball), URW Waldviertel (Volleyball) und UHC Eggenburg (Handball) – auch der Spitzennachwuchs trainieren. Im Zuge dessen nahmen auch die Fußball-Leistungsausbildungszen-tren (LAZ) vor drei Wochen ihren Betrieb auf – unter strengen Bedingungen und regelmäßigen Tests. Auch im Volleyball-Ausbildungszentrum (RAZ Waldviertel) in Zwettl dürfen gewisse Jahrgänge wieder trainieren.

Der Breitensport ist davon aber ausgenommen

Der Großteil der Nachwuchsteams von URW Waldviertel wie auch der Sportunion Zwettl sind davon ausgenommen. Auch im Fußball sorgt die Spitzennachwuchs-Regelung für Ärger.

SC-Zwettl-Obmann Josef Zlabinger
SC Zwettl

Während die Talente gemeinsam an den LAZ-Waldviertel-Standorten Zwettl und Horn trainieren dürfen, dürfen sie das bei ihren Vereinen nicht. „Die Kinder dürfen im LAZ trainieren, aber nicht mit ihren Freunden beim Verein – obwohl alle Schüler in der Schule getestet werden. Wie soll ich das erklären?“, fragt sich SC-Zwettl-Obmann Josef Zlabinger.

Generell hofft er, dass im Zuge des Aufbaus der Test-Infrastruktur bald wieder Leben in den Sport kommt. „Im Fußball sind wir immer verwöhnt gewesen“, sagt indes Martin Faltin, Sektionsleiter des USV Groß Gerungs. „Das wird nach Corona nicht so weitergehen. Man überlegt, ob man nicht besser woanders investiert, als in die erste Mannschaft.“

Sorgen um Nachwuchs und Routiniers

Seine Stirn in Falten legt auch Andreas Weidenauer, Sektionsleiter des UTTC Ottenschlag: „Tischtennis steht komplett. Einige haben Glück und können ein bissl daheim trainieren. Sonst geht gar nichts…“ Er fürchtet auch, dass den Vereinen Spieler abhanden kommen könnten. „Ich habe schon von Nachwuchsspielern gehört, deren Motivation für Tischtennis nachlässt, könnte mir auch vorstellen, dass sich einige Ältere das bewerbsmäßige Spielen nicht mehr antun, wenn die Corona-Auflagen zu kompliziert werden.“

Sonderstellung Laufverein

SC-Zwickl-Zwettl-Obmann Reinhard Poppinger
privat

Eine etwas andere Situation erlebte der SC Zwickl Zwettl. Laufen war ja immer erlaubt. „Laufen ist als Einzelsport etwas bevorzugt. Vielleicht sind sogar noch mehr Menschen laufen gegangen als sonst“, sagt Obmann Reinhard Poppinger. „Aber zum Verein gehört ja viel mehr. Man geht gemeinsam laufen, trifft sich bei Laufveranstaltungen, organisiert selbst welche, sitzt nachher beisammen. Die Kameradschaft, die Stärke des Vereins bleibt komplett auf der Strecke.“

Wie eine Laufveranstaltung zu Pandemiezeiten funktionieren kann, zeigten die „Zwickler“ übrigens vor, veranstalteten vorigen Sommer mit dem Kamptallauf den einzigen Lauf im Waldviertel nach Covid-19-Ausbruch. „Dadurch hat sich das Jahr für uns vielleicht nicht ganz so ewig angefühlt. Aber natürlich hat viel gefehlt. Und im Vorstand läuft die Arbeit ohnehin weiter.“