Corona: Woher kommen die Positiven?. Großteil der Infizierten stammt laut Zwettler Bezirkshauptmann von privaten Feiern, Verläufe waren bisher mild. Rotes Kreuz testet bis zu 300 Personen täglich.

Von Markus Füxl und Angelika Koll. Erstellt am 23. September 2020 (05:32)
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Die Coronazahlen im Bezirk Zwettl steigen: Zuletzt gab es insgesamt 149 positive Tests seit den Aufzeichnungen. 62 neue Fälle traten in den vergangenen 14 Tagen auf, 52 davon alleine seit Montag, 14. September. Woher kommen die Positiven?

Mindestens 37 Corona-Infizierungen dürften zuletzt im Zusammenhang mit Veranstaltungen im Wirtshaus Döllerwirt in der Gemeinde Schwarzenau stehen, die NÖN hat berichtet. Bezirkshauptmann Michael Widermann sagt: „Es gibt auch weitere, kleine Geschichten, aber nichts vergleichbares. Wenn sich vereinzelt Schüler oder Bauarbeiter anstecken, sind das im Vergleich glosende Funken.“

Der Schwarzenauer Cluster dürfte auch in Betriebe wie Hartl Haus sowie in andere Waldviertler Bezirke ausstrahlen. Daneben seien laut Widermann vereinzelt Urlaubsheimkehrer unter den Infizierten. „Der Großteil tritt aber nach privaten Feiern auf, etwa bei Geburtstagen oder Hochzeiten.“

Kein Zwettler auf Intensivstation

Die Krankheitsverläufe seien im Bezirk Zwettl vergleichsweise mild. So gibt es aktuell keinen Zwettler, der auf einer Intensivstation liegt. In Spitälern befinden sich ein bis zwei Personen aus dem Bezirk Zwettl, allerdings betont Widermann: „Es ist schwierig zu sagen, ob wegen Corona, oder ob das Virus bei einem Krankenhausbesuch dort erst festgestellt wurde.“ Seit dem Ausbrechen der Pandemie gab es zwei Todesfälle, die NÖN hat berichtet. Einer davon wird allerdings als „mit Corona“ geführt, nicht „an Corona“, erklärt Widermann. Seitdem kamen keine weiteren Todesfälle hinzu.

Stress beim Roten Kreuz

Manfred Ehrgott vom Roten Kreuz: „Ist mitunter stressig.“
RK

Seit Anfang September testen Rotes Kreuz-Mitarbeiter beim Zwettler Gymnasium in einer „Drive-In-Station“. Absolvierten die Mitarbeiter anfangs nur bis zu 20 Tests am Tag, stieg die Zahl rasch an, erklärt Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Ehrgott: „Aktuell absolvieren wir bis zu knapp über 300 Tests pro Tag. Das ist mitunter ein bisserl stressig.“ Unterstützung bekam er vergangene Woche seitens des Bundesheeres.

Geöffnet hat die Station zwischen 8 und 16 Uhr. Weil vergangenen Mittwoch Bescheide erst für Termine ab Nachmittag ausgeschickt wurden, staute sich der Verkehr bis vor den Parkplatz, die Polizei musste regeln. Ebenfalls Pech für das Rote Kreuz: Der Ball wurde abgesagt und auf 26. Februar 2022 verschoben.

Pflege- und Betreuungszentrum: Zwei Mitarbeiter positiv

Im Pflege- und Betreuungszentrum Zwettl wird derzeit dienstags und donnerstags auf freiwilliger Basis getestet.

Andreas Glaser vom PBZ: „Aktuell zwei Mitarbeiter positiv.“
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Auf NÖN-Nachfrage kurz vor Redaktionsschluss berichtet der Leiter Andreas Glaser: „Aktuell sind zwei Mitarbeiter positiv getestet.“ Sie dürften sich im privaten Bereich mit Covid-19 infiziert haben. Einige weitere Mitarbeiter sind derzeit in Quarantäne, da sie Kontakt zu Infizierten hatten. Im Pflegeheim selbst werden strenge Maßnahmen umgesetzt. Außerdem sperrt man das Haus nun wieder für Besucher. Angehörige werden nur in Ausnahmefällen eingelassen. „Die Gefahr für die Bewohner ist eine Ansteckung von Außen“, meint Glaser.

Im Seniorenzentrum St. Martin gab es vor Redaktionsschluss keine Coronafälle. Leiter Franz Oels sagt: „Wir arbeiten daran, dass wir Schnelltests bekommen.“ Dadurch könnte man mehr testen, auch wenn sich etwa jemand unsicher sei. Das Ergebnis steht nach einem Schnelltest innerhalb einer Viertelstunde zur Verfügung.