Der lange Weg zur Waffe. Im Bezirk Zwettl sind 6.362 Waffen registriert. An eine Waffe überhaupt zu kommen, braucht es Geduld und Schulungen.

Von Karin Pollak und Maximilian Köpf. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:00)
Symbolbild
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Faszination und Furcht, gehen von Waffen aus, um die es immer wieder heftige Diskussionen gibt. Wie die Situation aktuell im Bezirk Zwettl aussieht, durchleuchtete die NÖN.

Mehr Waffen, weniger Waffenpässe

Laut Bezirkshauptmannschaft Zwettl sind mit 1. Jänner 2021 insgesamt 6.362 Waffen registriert. Gegenüber dem Vorjahr sind das um 284 Waffen mehr (6.078). Im Vorjahr wurden 18 Waffenpässe und 52 Waffenbesitzkarten ausgestellt. 2019 gab es 16 neue Waffenpässe und 57 Waffenbesitzkarten.

Viele Auflagen beim Waffenkauf

Fakt ist, dass es nicht einfach ist, um überhaupt in den Besitz einer Waffe zu kommen. Das bestätigen sowohl Bezirksjägermeister Manfred Jäger (siehe Interview), der Oberschützenmeister des Zwettler Sport- und Jagdschützenvereines Günther Maier als auch Oberst Herbert Gaugusch vom Tüpl Allentsteig.

„Langwaffen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist und gegen den kein Waffenverbot vorliegt, erwerben. Aber er muss mindesten drei Tage warten, bis ihm diese Waffe ausgehändigt wird. Diese ‚Abkühlphase‘ ist vorgeschrieben, ebenso muss sich der Waffenhändler mit der Behörde betreffend eines Waffenverbotes in Verbindung setzen. Das entfällt, wenn ein Waffenkäufer die Jagdkarte besitzt“, erklärt Waffenhändler Erich Hofer. Bei Faustfeuerwaffen brauche es entweder eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass. Diese bekomme man aber nur mit einem waffenpsychologischen Gutachten.

Erster Waffenkontakt beim Bundesheer

Meist kommen Jugendliche erstmals beim Bundesheer mit Waffen in Berührung. Dieser Verantwortung sei man sich bewusst, die Ausbildung dementsprechend umfangreich, betont der Kommandant des Tüpl Allentsteig, Herbert Gaugusch: „Die Sicherheit steht bei der Ausbildung im Umgang mit der Waffe an oberster Stelle. Wir haben sehr strenge Vorschriften.“ Durch umfangreiche Schulungen und Sicherheitsvorkehrungen seien relativ wenige Unfälle im Zusammenhang mit dem Waffengebrauch beim Bundesheer zu verzeichnen. „Unfälle sind sehr selten der Handhabung der Waffe geschuldet, beruhen meist auf technischen Gebrechen oder Munitionsfehlern“, erklärt Gaugusch.

Günther Maier vom Sport- und Jagdschützenverein Zwettl streicht die Ausbildung hervor: „Das ist eine anspruchsvolle Sportart, kein wildes Herumschießen.“ Mitgliederzahlen steigen seit Jahren stetig (aktuell 260) – bevor jemand aufgenommen wird, berate der Vorstand, ob die Person geeignet ist, betont Maier, der auch festhält: „Wenn man eine Waffe hat, ist wichtig, dass man damit trainiert.“ Der drei Hektar große Schießplatz in Großglobnitz, einer der wenigen in Österreich, auf dem praktisch alle erlaubten Schusswaffen genutzt werden können, sei dafür gut geeignet, was auch sportliche Erfolge zeigen. Auch die Jungjägerausbildung findet dort statt.

Waffen steigern Sicherheitsgefühl nicht

Zur Steigerung des eigenen Sicherheitsgefühles seien Waffen nicht geeignet – diese Meinung vertritt Psychologin Gabriele Kastner, die in Zwettl und in Gmünd eine Praxis leitet. Denn: „Studien belegen, dass Waffen auch Täter machen.“

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