Die Haare kommen endlich ab. Kunden atmen nach Öffnung der Salons auf. Für sie bedeutet das aber Wartezeiten bis zu einer Woche für einen Termin.

Von Angelika Koll und Joachim Brand. Erstellt am 15. Mai 2020 (06:30)

Das Warten auf den neuen Haarschnitt hat ein Ende. Die Friseursalons im Bezirk Zwettl haben ihre Arbeit wieder aufgenommen, wenn auch unter besonderen Bedingungen.

Die Hygienevorgaben durch das Virus bedeuten aber auch eine Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten im Friseurladen. Bei Klier sind etwa die Hälfte der Angestellten weiter in Kurzarbeit. Das bedeutet, dass nur zwei bis drei Friseurinnen gleichzeitig mit Kunden arbeiten können. Geschützt durch Maske und Sicherheitsabständen haben die Friseurinnen keine Angst vor Ansteckung: „Wir sind froh wieder im Geschäft zu sein und hoffen so bald wie möglich ohne Einschränkungen arbeiten zu können“ so der Tenor.

Ruhetag aufgehoben

Eine Maske tragen zu müssen, sei doch etwas Anderes, wie Hermann Raab, Inhaber eines Friseursalons in Groß Gerungs erwähnt, „aber es ist machbar.“ Für die Angestellten habe man verschiedene Masken beziehungsweise Plastikschilde. Da natürlich außerdem auf Abstand geachtet werden muss und nicht so viele Kunden gleichzeitig bedient werden können, mache man außerdem Überstunden. „Wir haben den Ruhetag aufgehoben und am Samstag länger offen“, erklärt Raab. Seine Angestellten sind momentan noch in Kurzarbeit.

Erfreut gibt er sich über das Verständnis der Kunden, dass das Warten auf einen Termin möglicherweise länger dauert. Außerdem betont der Saloninhaber: „Danke an alle, die sich die Haare aufgehoben haben.“ Auch wenn der eine oder andere sich seine Haare bereits von einem Familienmitglied schneiden habe lassen, hätten viele Kunden bereits auf die Wiedereröffnung des Friseursalons gewartet.

Wie Treffen mit Freunden

Waltraud Riegler, Inhaberin des Friseurstudios Hair and Sun Waltraud in Allentsteig stimmt dem zu: „Bei langjährigen Kunden entsteht eine gewisse Freundschaft. Das ist wie eine alte Freundin wieder zu treffen.“ In ihrem Studio wird vorläufig immer nur ein Kunde nach dem anderen bedient.

Das Desinfizieren und Sauberhalten mache viel Arbeit, aber niemand würde wollen, dass man wieder zusperren muss. Gearbeitet wird in Rieglers Salon deshalb auch im Schichtbetrieb. Länger offen hat man aber nicht, da das Ziel die Rückkehr zu einer gewissen Normalität sei.

Außerdem erwähnt Riegler: „Wir können nicht sieben Wochen in drei Tagen aufholen. Wir können uns auch nicht fertigmachen.“ Auf einen Termin müssen die Kunden mindestens eine Woche warten. Es würde auch vorkommen, dass Kunden anderer Salons anrufen in der Hoffnung, bei Riegler schneller dranzukommen. „Das mache ich aber nicht, weil jeder auf seine Kunden schaut.“ Besonders betont sie das Verständnis ihrer Kunden: „Das ist schön und war früher oft nicht so.“