Discos bleiben weiter zu: Reserven gehen aus. Discobetriebe haben weiterhin mit der Corona-Situation zu kämpfen. Eine Katastrophe droht, sollten die Tanzhallen bis Ende des Jahres nicht mehr öffnen dürfen.

Von Angelika Koll. Erstellt am 29. Mai 2020 (05:28)
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Während immer mehr Öffnungen in Kraft treten, bleiben Discos weiterhin geschlossen, was finanzielle Einbußen bedeutet.

So etwa für die von der Familie Zottl geführte Disco Concorde in Gerweis. „Wir haben bisher noch keinen Fond in Anspruch nehmen können und bestimmte Fixkosten laufen weiter“, erklärt Susanne Zottl, und weiter: „Mit unseren Reserven alleine zu packen ist es bald nicht mehr.“ Sollte man weiterhin keine Unterstützung bekommen, müsse man sich einen Überbrückungskredit aufnehmen. Die geringfügigen Mitarbeiter wurden abgemeldet, andere sind in Kurzarbeit. Solange man sich jedoch nicht wieder so bewegen kann wie früher, würde es keinen Sinn machen, aufzusperren.

Disco Schindler: Überleben bis Herbst gesichert

Auch Willibald Schindler von der Disco Schindler in Gerweis meint: „Mit einem Meter Abstand eine Disco zu betreiben macht keinen Sinn. Da kommt keine Stimmung auf.“ Er sei bisher ebenfalls bei jedem Fond durchgefallen.

Willibald Schindler: „Discobetrieb macht aktuell keinen Sinn.“
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Da die Disco für ihn nur zum Nebenberuf gehört, und auch ein Gasthaus und Kaufhaus dabei sind, würde er sich aber über eine Schließung bis in den Herbst hinüberretten können: „Bis zum Live-Konzert am 24. Oktober kann ich ruhig schlafen“, sagt Schindler.

Problematisch wäre es jedoch, sollte man für den Rest des Jahres nicht mehr aufsperren können. Den Sommer hält Schindler für gelaufen. Falls es jedoch die Möglichkeit geben sollte, etwa mit bis zu 100 Personen aufzusperren, würde er diese nützen.

Zukunft für „Revolution“ ungewiss

Eine Disco, die bereits einige Zeit vor der Corona-Krise nicht mehr offen war, ist das Revolution in Zwettl. Sanjo Bell hatte den Club im vorigen Jahr mit seinem Partner Rakesh Sedi übernommen. Jedoch sei in den Räumlichkeiten einiges kaputt, was man bei der Übernahme nicht gewusst hätte, sagt Bell im Gespräch mit der NÖN: „Mich haben schon viele Leute angerufen, aber ich weiß nicht, wie es weitergeht.“ Man sei dabei, mit den Besitzern über eine Reparatur und den Fortgang des Betriebs zu verhandeln.