Freispruch nach Party für 22-Jährigen. Partynacht endete an Zaun, der kaputt ging. 22-Jähriger wurde freigesprochen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. September 2020 (05:48)
Das Bezirksgericht in Zwettl: Dort musste sich ein 22-Jähriger nach einer „rauschenden“ Partynacht verantworten.
Markus Füxl

Ein Familienfest mit zu viel Alkohol führte zu einem abgebrochenen Gartenzaun und einer Verhandlung am Bezirksgericht Zwettl über mutwillige Sachbeschädigung.

Ein 22-jähriger gebürtiger Zwettler, der aktuell in Wiener Neustadt lebt, feierte Ende Juni bei Ottenschlag. Er stand im Verdacht, über einen Zaun in ein Anwesen geklettert zu sein und dabei eine Latte abgebrochen zu haben. „Ich habe mit meinem Cousin und meinem Bruder etwas getrunken, weil die 16 geworden sind. Normal trinke ich nie etwas, nicht einmal einen Schluck“, gab der Beschuldigte an. Bereits nach dem ersten Glas setzte nach eigenen Angaben die Erinnerungen aus.

Von Erzählungen seiner Familienmitglieder habe er erfahren, dass er bei einem Haus über eine Viertelstunde lang herumgeschrien habe. „Es hat mich wahrscheinlich über den Zaun drübergehauen. Mein Cousin ist dann auch gegangen, weil er meinen Zustand nicht mitanschauen wollte“, sagte der 22-Jährige vor Gericht. Am nächsten Tag sei der Angeklagte zum Haus gefahren und habe den Schaden (80 Euro) beglichen. „Ich wollte mich für die nächtliche Ruhestörung entschuldigen“, sagte er zum Richter.

Der Hauseigentümer schilderte als Zeuge, dass eine abgebrochene Latte außerhalb des Grundstücks lag. „Vermutlich ist er drübergeklettert und hat im alkoholisierten Zustand nicht gewusst, wie er wieder rauskommt“, sagte er.

Der Richter fragte den Angeklagten, ob er ihn verurteilen oder freisprechen soll. „Ich hab das schon gemacht und bin schuldig“, sagte der 22-Jährige leise. Das Urteil lautete auf Freispruch, der Grund: „Ich kann nicht mit Sicherheit ausschließen, dass Sie nicht drübergefallen sind. Im Zweifel für den Angeklagten“, meinte der Richter.